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Klepeisz trifft den „Big Shot“

Löwen-Guard Tommy Klepeisz zeigte in Tübingen einmal mehr seine Qualitäten in der Crunchtime. Foto: Hübner

Basketball-Bundesliga: Die Löwen gewinnen mit 77:69 beim Tabellenletzten in Tübingen.

Von Christoph Matthies, 23.12.2017.

Braunschweig/Tübingen. Manchmal muss man im Basketball nur einen Wurf treffen, um zum Helden zu werden. So erging es am Samstagabend Löwen-Guard Tommy Klepeisz, der mit einem Dreier die Vorentscheidung in einem umkämpften 77:69-Sieg der Löwen beim Tabellenletzten der Bundesliga, den Tigers Tübingen, herstellte.

Nach seiner guten Partie gegen Gießen, als er 25 Punkte erzielt hatte, war Klepeisz in die Startformation gerückt, Bazou Koné saß dafür zunächst draußen. Beide Teams leisteten sich einen nervösen Beginn. So vergaben die Löwen in den ersten 90 Sekunden gleich vier Korbleger, während die Gastgeber ein ums andere Mal den Ball verloren. Neun Ballverluste waren es am Ende des ersten Viertels (20 am Ende), aus denen die Löwen auch einige Male profitieren konnten – etwa als DeAndre Lansdowne den Ball stibitzte und zwei Minuten vor der Viertelpause beherzt zur 16:9-Führung stopfte. Wie schon gegen Gießen haderte Lansdowne ansonsten mit seinem Wurf, traf keinen seiner fünf Dreierversuche.

Es dauerte 13 Minuten, bis die Löwen ihren ersten Dreipunktewurf trafen. Es war sicher ein gutes Zeichen, dass es Koné, eigentlich kein starker Dreierschütze, war, der zum 25:22 für die Löwen einnetzte. Der 23-Jährige Hamburger zeigte eine gute erste Halbzeit (9 Punkte, 2 Assists), traf kluge Entscheidungen und bewies ein sicheres Händchen. Und die Löwen konnten sich bis zur Pause wieder auf sechs Punkte absetzen. Klepeisz war bis dahin ohne Punkte geblieben.

Die Tübinger wirkten insgesamt nicht wie eine eingespielte Truppe. Der Trainerwechsel, neue Spieler und nicht zuletzt der Tabellenstand – mit nur einem Sieg alleiniger Letzter – machten den Schwaben offensichtlich zu schaffen. Sieben Minuten vor Spielende sahen die Gäste schon fast wie der sichere Sieger aus: Point Guard Zygimantas Janavicius hatte gerade das 64:53 für seine Löwen erzielt, nachdem Tübingens Ryan Brooks den Ball beim Einwurf von hinten gegen das Brett geworfen hatte, von dem er dem Braunschweiger direkt in die Arme sprang. So kann man Siege auch wegschmeißen.

Doch erstaunlicherweise war es diese Szene am Rande des Slapstick, die den Tigers neuen Mut zu geben schien. Vor allem Mathis Mönninghoff (15 Punkte) und Kris Richard (17) führten die Gastgeber mit guten Aktionen wieder in Schlagdistanz. Und knapp zwei Minuten vor Schluss, als Richard per Korbleger traf, sogar mit 69:68 in Führung. Die Löwen wackelten deutlich – aber sie fielen nicht.

Klepeisz hatte bis dahin nur zwei Würfe genommen und beide verfehlt. „Einer muss ja irgendwann reingehen“, stellte der Österreicher nach der Partie klar. Im direkten Gegenzug nach der ersten Tübinger Führung seit mehr als 20 Minuten feuerte Klepeisz den coolen Dreier zum 71:69 durch die Reuse, der schon die Entscheidung bringen sollte. Denn die Tübinger punkteten nun nicht mehr, ließen dabei aber durchaus gute Chancen liegen.

Die Löwen dagegen machten an der Freiwurflinie alles klar und konnten ihren sechsten Sieg im 14. Saisonspiel feiern. Gegen Bayreuth darf am Dienstag (15 Uhr, VW-Halle) gerne noch ein weiterer dazukommen.

Für die Löwen punkteten: Eatherton 19 (10 Rebounds), Lansdowne 13, Koné 12, Jaramaz 12, Janavicius 10, Nawrocki 6, Klepeisz 3, Alte 2, Schwartz, Morse.
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