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Kiew: Ein Länderspiel in Gelb und Blau

Fußball: Braunschweiger im Stadion dabei.

Von Robin Koppelmann, 13.11.2011.

Kiew. In 232 Tagen ist es soweit: Die Ukraine und damit das renovierte Olympiastadion der Landeshauptstadt Kiew werden erstmals Schauplatz eines Finalspieles um die Fußball-Europameisterschaft sein. Zur Stadioneröffnung gab es am Freitag ein 3:3-Remis gegen Deutschland – die nB war dabei.

Eines war schon beim Betreten des Stadions klar: Für einen Eintracht-Fan dürfte sich der Aufenthalt bei einem Heimspiel der „Schowto-blakynti“ angenehm gestalten, insgesamt 69 720 Fans jubelten ihrer Mannschaft in Gelb und Blau zu und sahen zum Dank ein spektakuläres 3:3-Unentschieden.
Entsprechend zufrieden waren aber auch die gut 350 mitgereisten deutschen Fans – sie träumten bereits von einem möglichen Finale mit Beteiligung der DFB-Elf im nächsten Jahr.
Auch eine Braunschweiger Reisegruppe hatte sich unter die Fans in dem kleinen, aber bunt beflaggten Gästeblock gemischt. Mit dem Flieger ging es für die insgesamt vier „Löwen“ bereits am Donnerstag in die ukrainische Metropole: „Ich bin von der Gastfreundschaft der Menschen hier wirklich positiv überrascht“, berichtete Fußballfan Holger Alex im Stadion. „Von Kriminalität oder Hooligans war auf den Straßen überhaupt nichts zu sehen“.
Tatsächlich präsentiert sich die 2,6-Millionen-Einwohnerstadt am Spieltag von einer eher routinierten Seite: Auch wenn die Fußball-Europameisterschaft für die Ukraine Neuland darstellt, in Kiew sind Großereignisse aber längst kein Novum mehr. Problemlos verläuft daher sowohl der Transport zum Stadion, als auch das Sightseeing am kühlen Herbstnachmittag. Vorausgesetzt, dass man des kyrillischen Schilderwaldes Herr werden kann, verlebt man zwischen Sophienkathedrale und Kreschatik-Boulevard einige schöne Stunden.
In Sachen Organisation haben die Ukrainer ihren polnischen Mitgastgebern aber insgesamt durchaus etwas voraus, gleichen die meisten Bahnhöfe Polens derzeit doch eher einer schier niemals endenden Baustelle.
Mit einem leichten Schmunzeln muss daher auch die einzige spürbare Panne des Aufenthalts in Kiew bewertet werden: Im Stadion, das für mehr als 600 Millionen Euro renoviert wurde, gab es zur zweiten Halbzeit kein Bier mehr – es war schlichtweg ausverkauft.
Für Holger Alex und seine Freunde hat sich der „Kurzurlaub“ in die ehemalige Sowjetrepublik in jedem Fall gelohnt: „Ich habe mir viel von der Stadt versprochen und wurde nicht enttäuscht“, erklärt der Eintracht-Fan, dem lediglich ein Highlight verwehrt wurde: Eigentlich stand am Sonnabend noch eine Tour in die atomare Sperrzone von Tschernobyl auf dem Programm, diese wurde von den Behörden allerdings noch ganz spontan abgesagt.
Schade für die reiselustigen Braunschweiger, doch wer weiß, wie es beim nächsten Mal aussieht: Denn bereits am 1. Juli 2012 findet das EM-Finale statt, und spätestens dann dürften Alex und seine Freunde wieder am Kiewer Olympiastadion anzutreffen sein.
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