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„Kiel ist keine Kirmestruppe“

Joseph Baffo (Eintracht Braunschweig) foult hier Ducksch, Marvin (Holstein Kiel), bekommt dafür die rote Karte und Kiel Elfmeter.

2. Fußball-Bundesliga: Nach DFB-Pokalaus in Kiel wartet Aue – Decarli könnte zurückkehren

Von Elmar von Cramon, 15.08.2017.

Braunschweig. Auch im Jahr 2017 fehlt den Löwen im DFB-Pokal das Glück: Wie schon in der Vorsaison ist nach dem 1:2 bei Holstein Kiel in der ersten Runde Endstation. Auch damals scheiterte die Mannschaft von Torsten Lieberknecht bei den Kickers Würzburg an einem euphorisierten Zweitligaaufsteiger. Der Fokus liegt nun allein auf der Punktrunde, in der am Freitagabend (18.30 Uhr) mit Erzgebirge Aue die nächste Heimaufgabe wartet.
„Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, dass wir die Partie verloren haben“, fand Lieberknecht. „Man muss es so akzeptieren, weil wir wussten, dass es ein schweres Los sein wird. Kiel ist keine Kirmestruppe.“

An der Ostsee hatte der Coach in den ersten 45 Minuten seiner Mannschaft nur wenig Gutes gesehen: „Kiel hat uns den Schneid abgekauft. Wir sind schlecht in die Zweikämpfe gegangen und haben spielerisch oft die falsche Lösung gewählt.“ Zu allem Überfluss vergab Ken Reichel einen Strafstoß und hatte nach Wiederanpfiff Glück, dass sein Foul gegen Kingsley Schindler nicht mit einem solchen geahndet wurde. Den nachfolgenden Konter nutzte Christoffer Nyman zur Führung. „Danach hatten wir das Spiel im Griff und hätten sogar das 2:0 machen können. Durch den Elfmeter und die Rote Karte hat Kiel die zweite Luft bekommen“, so der 44-jährige Trainer, der mit ansehen musste, wie die „Störche“ das Spiel in Überzahl zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Vorwürfe an Rotsünder Joe Baffo, der den Elfmeter verschuldete und nach seiner Roten Karte für eine Pokalpartie gesperrt wurde, gab es vonseiten Lieberknechts keine: „Joe spielt eine bislang sehr gute Saison, es gibt Stimmen, die Rot für eine zu harte Entscheidung halten.“ Gleiches gilt auch für Ken Reichel und seinen vergebenen Elfmeter: „Das gehört dazu“, so Lieberknecht „wichtig ist, dass wir aus dem Spiel lernen.“

Den Lerneffekt unter Beweis stellen können die Blau-Gelben am Freitag gegen Erzgebirge Aue. Die Mannschaft verlor die ersten beiden Punktspiele und schied im DFB-Pokal gegen Drittligist Wehen-Wiesbaden frühzeitig aus: „Der Saisonbeginn mit dem abgebrochenen Spiel in Heidenheim ist für Aue unglücklich gelaufen. Insbesondere in der zweiten Hälfte gegen Düsseldorf haben sie hoch gepresst und trotz der Niederlage ein gutes Spiel abgeliefert“, analysiert der Fußballlehrer die Sachsen. Unter dem zu Wochenbeginn entlassenen Ex-Coach Thomas Letsch hatte das von Vorgänger Domenico Tedesco erfolgreich praktizierte 3-4-3 nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt. „Ich glaube, dass er eigentlich ein anderes System bevorzugt, aber die Grundordnung, mit der sein Vorgänger in der vergangenen Saison erfolgreich war, übernommen hat“, so Lieberknecht, der nun erwartet, dass Interimscoach Robin Lenk das Team in der Defensive zu stabilisieren versucht. „Durch den Trainerwechsel steht alles wieder auf Anfang und jede Analyse im Vorfeld können wir in den Papierkorb werfen.“

Eine starke Abwehrleistung möchte er am Freitag auch von seinem Team sehen. Helfen könnte hierbei Saulo Decarli, der nach seiner Suspendierung wieder dabei ist, gegen Kiel aber noch nicht zum Kader zählte. „Er hat in der Vorbereitung zwölf Tage gefehlt und in der Trainingswoche einen guten Job gemacht, hatte aber noch ein bisschen Rückstand“, so Lieberknecht, der am Freitag auf Patrick Schönfeld (Infekt) und Domi Kumbela (Muskelfaserriss) verzichten muss, dafür aber wieder mit Salim Khelifi (Prellung) rechnen kann.

So könnten sie spielen : Fejzic – Reichel, Valsvik, Decarli, Baffo – Moll – Boland, Hochscheidt – Hernandez, Khelifi – Nyman.
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