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Kein Sieger in der Kieler Regenschlacht

Kaum ein Durchkommen. Die Lions-Abwehr machten den Kielern das Leben richtig schwer, konnte aber einen Touchdown nicht verhindern. (Foto: Karsten Reißner)

In einer Regenschlacht haben sich die New Yorker Lions und die Kiel Baltic Hurricanes 10:10-Unentschieden getrennt. Die Braunschweiger dominierten dabei in Kiel die erste Hälfte, hatten nach der Pause aber zunehmend Schwierigkeiten. In den Schlussminuten entwickelte sich dann eine extrem spannende Partie.

Von Daniel Beutler

Kiel. Unentschieden – das ist eine wahre Seltenheit im American Football und gestern nicht unverdient. Der amtierende Meister aus Braunschweig bestimmte in Kiel die erste Hälfte, besonders die Abwehr stellte für die Hurricanes eines unüberwindbare Hürde dar. Der Last-Minute-Ausgleich war aber verdient. Dass es nur der Ausgleich wurde, war ein Verdient der Lions-Abwehr, .

„Es waren heute extrem schwierige Bedingungen, der Rasen war sehr rutschig und bei jedem Schritt musste man aufpassen, nicht hinzufallen“, berichtete Christian Bollmann. Der Lions-Passempfänger eröffnete mit seinem Touchdown das Spiel punktetechnisch. Ein Zehn-Yard-Pass von Grant Enders im ersten Viertel brachte die Gäste mit 7:0 in Front. Der Quarterback zeigte, nachdem er in der Vorwoche geschont wurde, eine solide Leistung, hatte jedoch merklich mit dem Wetter zu kämpfen. Einige Pässe auf freie Receiver waren zu kurz oder ungenau – bei nassem Ball verständlich aber dennoch ärgerlich.
Insgesamt kamen die Gäste zunächst besser mit dem Dauerregen klar, der von gelegentlichem Donnergrollen begleitet wurde. Die 10:0-Halbzeitführung, Kicker Tobias Goebel legte zwischenzeitlich mit einem Fieldgoal nach, war verdient. Von Kiel kam besonders offensiv wenig. Das änderte sich in der zweiten Hälfte, als es gegen Ende etwas aufklarte. Nachdem Braunschweigs Passverteidiger Christian Petersen nach einem sehr fraglichen Pfiff der Schiedsrichter wegen „targeting“, also einem absichtlichen Angriff Helm gegen Helm, des Spiels verwiesen wurde, fanden die Kieler zunehmend Lücken in der Lions-Abwehr. Dazu kamen einige Raumstrafen und plötzlich waren die Canes auf drei Punkte herangekommen. Der Lions-Angriff konnte in der zweiten Hälfte kaum noch liefern, scheiterte oft schnell an der Abwehr. „Sie haben sich in der Pause gut auf uns eingestellt“, fand Bollmann lobende Worte. Also musste die Lions-Defense in die Bresche springen. Und das tat sie. Während die Uhr unerbittlich runterlief kamen die Kieler der Lions-Endzone ein zweites Mal bedrohlich nahe – aber eben nicht mehr zum Touchdown. Das war eine starke Abwehrleistung. Das Fielgoal von Thiadric Hansen zum Ausgleich konnte sie jedoch nicht verhindern. Aus rund 20 Yards war der Canes-Kicker erfolgreich. Zwei Spielzüge hatten die Lions in der Folge noch Zeit, den Sieg doch noch zu holen. Alles gipfelte im Hail-Mary-Pass von Enders, also einem langen hohen Ball über 50 Yards in die Kieler Endzone. Dort jedoch wurde der Ball von einem Hurricanes-Verteidiger zu Boden geschlagen. Für die Braunschweiger bedeutete das: Das erste Unentschieden seit 2010. Damals gab es sogar zwei in einer Saison. Eins gegen die Plattling Black Hawks (21:21) und eins gegen die Berlin Rebels (13:13). Und es bedeutet zwei Spiele in Folge ohne Sieg. Das gab es in der zweiten Amtszeit von Troy Tomlin auch noch nicht. „Wir haben sehr hohe Erwartungen an uns selber, haben gerade den Eurobowl gewonnen und wollen wieder Deutscher Meister werden. Aber wir werden jetzt nicht in Panik verfallen“, sagte Bollmann und das bedeute: Die Lions werden noch härter arbeiten, um im kommenden Spiel wieder furios in die Erfolgsspur zurückzufinden.
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