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Kampfgewicht: 105 Kilo Muskeln

Hermann Gross ist amtierender Deutscher Meister – heute um 16 Uhr Showauftritt im Vienna.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 11.12.2011.

Braunschweig. Der Mann hat Humor und Witz – nicht selbstverständlich bei einem Muskelpaket seiner Klasse; gelten Athleten wie er doch landläufig eher als dumpf. Hermann Gross ist Internationaler Deutscher Meister im Bodybuilding. Und ein netter Typ.

„Es kann sprechen“ – sagt Gross ganz gern zu Menschen, denen bei seinem Anblick der Mund zu lange offenstehen bleibt. Satte 105 Kilo, verteilt auf 183 Zentimeter, gibt es da zu sehen. Ganz ohne Bauch, ohne Fett, ohne Schwabbel. Der Mann ist ein einziger Muskel.
Mit 15 Jahren hat ihn der Bodybuildingvirus erfasst und nicht mehr losgelassen. „Manchmal denke ich: Bist du bescheuert, warum kannst du nicht auf dem Sofa sitzen, Fernsehen gucken, Chips essen und in Ruhe dick werden?“, erzählt er.
Aber das wäre nicht Hermann Gross. Denn hinter der charmanten Fassade sitzt ein „harter Hund“. Hart vor allem gegen sich selbst. Morgens um sechs steigt er auf den Hometrainer und tritt sich durch Morgenmagazine und erste Nachrichten. Dann ein Eiweißshake und ab zur Arbeit.
Seit elf Jahren ist er bei Ingram Micro, einem Großhändler für Produkte der Informationstechnologie, beschäftigt. „Ich fühle mich sehr wohl dort, Kollegen und Vorgesetzte akzeptieren mich und meinen Sport“, erzählt Gross. Gerade erst hatte der Bodybuilder einen Auftritt bei der Konzernweihnachtsfeier in München vor mehr als 600 Mitarbeitern. Solche Showeinlagen macht er zwischendurch ganz gern. „Das ist gutes Training für meine Wettkämpfe“, erklärt er, „ich kann meine Posen verfeinern, mein Coach hat mich im Blick, kann verbessern und korrigieren.“ Stefan Helwes heißt dieser Coach, Gross sagt liebevoll „meine Amme“ über den Mann an seiner sportlichen Seite.
„Ohne ihn hätte ich das nicht geschafft“, erzählt er von zermürbenden Zeiten in der Wettkampfvorbereitung. Dann geht der Deutsche Meister auf Diät. In „normalen“ Zeiten isst er bis zu zwei Kilo Fleisch und fast ein Kilo Reis am Tag, „ich muss noch Masse machen“, erklärt er. In der Wettkampfvorbereitung sieht das anders aus, das ohnehin schon sorgsam zusammengestellte Essen wird immer weiter reduziert. Schließlich bleibt trockener Reis, Putenfleisch und Gemüse. Jedes Gramm Fett soll verbrennen. „Und dann werde ich manchmal knörig“, erzählt der Sportler. Der Hunger nagt. „Da gibt es schon mal Zickenalarm“, räumt er selbstkritisch ein.
Bodybuilding bestimmt sein Leben. Vor Wettkämpfen trainiert Gross jeden Tag. Und nach den Wettkämpfen auch. „Ich kann nicht anders“, sagt er. „Und ich will auch nicht anders.“ Er liebt diesen Sport, er liebt die Muskeln. Viel Zeit für andere Dinge bleibt nicht. Hermann Gross konzentriert sich auf die Welt des Kraftsports. Und hier sind auch viele seiner Freunde zu Hause, Bodybuilder finden sich, gehören zusammen, bundesweit, sogar weltweit. „Ich habe gute Kontakte in der Szene“, erzählt er. Und in den Studios der Region ist er sowieso immer gern gesehen. Zum Training und zu Gastauftritten.
Wie heute wieder: Um 16 Uhr hat Hermann Gross einen Showauftritt im Vienna Fitnessstudio, Petzvalstraße 52.
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