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Josh Gasser: „Ich versuche positiv zu bleiben“

Nur zehn BBL-Partien absolvierte Josh Gasser für die Löwen-Basketballer. Foto: Agentur Hübner

Basketball-Bundesliga: Der US-Guard, der an einer komplizierten Verletzung laboriert, hofft, den Löwen in dieser Saison noch helfen zu können.

Von Christoph Matthies, 04.03.2016.

Braunschweig. Er ist der Pechvogel der Saison bei den Löwen-Basketballern: Zu Beginn lief es bei Josh Gasser gar nicht, und als er allmählich ins Rollen kam, stoppte ihn eine komplizierte Verletzung. Seinen Optimismus hat der Mann aus Wisconsin aber trotz der mittlerweile dreimonatigen Zwangspause nicht verloren.

Der Eisbeutel ist derzeit Gassers ständiger Begleiter. Auch während des Gesprächs presst er ihn gegen seine Leistengegend, in der Hoffnung, dass es hilft. Auf die Frage, wann er denn endlich zurückkomme, kann er noch immer keine Antwort geben. „Als ich mir die Verletzung zugezogen habe, dachte ich, es würde eine Woche dauern oder zwei“, erzählt er. Das war Ende November. Während der Auswärtspartie in Frankfurt bemerkte er eine Art Knacken oder Knallen. „Das war sehr schmerzhaft, aber zuerst wollte ich weiterspielen.“

Vom oberen Becken bis zur Leiste zieht sich der Schmerz, der ihn zweite Meinungen bei einem Spezialisten in Berlin und sogar in den USA einholen ließ. Ob er diese Saison überhaupt noch in den Löwen-Kader zurückkehren wird, ist dennoch unsicher. „Es ist schon frustrierend. Du bist ganz allein in einem fremden Land und willst Basketball spielen und mit den Jungs zusammen sein. Und dann dauert es immer länger und länger“, sagt der Guard, der seine erste Saison in der Bundesliga verbringt. Beim Training ist Gasser zwar immer dabei, bis auf Freiwürfe nehmen, auf dem Ergometer-Rad fahren und ein wenig dribbeln kann der 24-Jährige allerdings nicht viel machen.

Sein Trainer Raoul Korner schätzt den Amerikaner als „hungrigen Spieler“, der seinem Team Energie bringt, defensiv gut abliefert und offensiv besonders mit seinem starken Distanzwurf und seinen Passqualitäten hilft. Dass er ein echter Teamspieler ist, bewies Gasser schon am College: Für die Wisconsin Badgers, mit denen er zweimal das NCAA-Final-Four erreichte, stand er in der vergangenen Saison am längsten auf dem Feld. Und das, obwohl er in den Statistiken nicht glänzte und mit mehreren heutigen NBA-Akteuren zusammenspielte.

„Josh muss sich noch akklimatisieren“, sagte Coach Korner am Ende der Saisonvorbereitung, in der Gasser unauffällig blieb. Mancher Beobachter hatte den Rookie schon als Fehleinkauf abgeschrieben, bevor er seine erste BBL-Partie absolvierte. „Das Spiel hier ist völlig anders als am College, ich hatte viel zu lernen“, sagt Gasser rückblickend. Dazu kam die neue Umgebung, der neue Lifestyle, das plötzliche Fehlen von Familie und Freunden. Zweifel, es zu schaffen, hatte er dennoch nicht.

Und tatsächlich: Mit Beginn der Saison wurden seine Leistungen besser, schon in der zweiten Partie, dem geschichtsträchtigen 98:58-Sieg in Bayreuth, glänzte er mit effizienten 15 Punkten. Zehn Spiele lang war Gasser ein wichtiger Teil des Korner-Teams – ehe ihn die Verletzung stoppte.

„Ich versuche positiv zu bleiben und das Team anzufeuern“, sagt der Pechvogel, den die Ungewissheit über den Zeitpunkt seiner Rückkehr belastet. In spätestens zwei Wochen will er wieder mit dem Laufen beginnen, möglichst noch vor dem Ende der regulären Saison, spätestens aber zu den Playoffs – so sie denn erreicht werden – wieder richtig mit dabei sein. Bis dahin wird der Eisbeutel sein treuer Begleiter bleiben.
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