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„Jan Pommer war sicher nicht Everybody‘s Darling“

Ein Bild aus dem Juni 2013: Jan Pommer (links) überreicht Anton Gavel die Trophäe für den „MVP“ der Finalserie. Foto: Getty

Basketball-Bundesliga: Der Geschäftsführer tritt überraschend zurück.

Von Christoph Matthies, 02.04.2015.

Braunschweig. Auch wenn viele die Meldung zunächst für einen Aprilscherz hielten: Es war ernst gemeint, was die Basketball-Bundesliga am Mittwoch verkündete. BBL-Geschäftsführer Jan Pommer bat nach zehn Jahren um die vorzeitige Auflösung seines Arbeitsvertrages (bis 2018). Im Sommer wird der 44-Jährige sein Büro in der Kölner Liga-Geschäftsstelle räumen. „Es wartet eine neue tolle berufliche Herausforderung auf mich“, zitiert ihn die Süddeutsche Zeitung zu den Beweggründen.

„Das kam absolut überraschend, zumal sein Vertrag erst im vergangenen Jahr verlängert worden war“, bewertet Norbert Rüscher, Kaufmännischer Geschäftsführer der Basketball-Löwen, die Personalie, die nicht in der ganzen Liga für Enttäuschung sorgen dürfte. „Pommer hat polarisiert und war sicher nicht Everybody’s Darling“, so Rüscher weiter, „es gibt ein paar Vereine, die Herrn Pommer auf der Liste hatten und jede Gelegenheit genutzt haben, ihm ans Bein zu treten.“

Auch viele Fans hätten sich in dem Oldenburger, dem auch schon mal ein überhebliches Auftreten attestiert wird, ein Feindbild aufgebaut. Ein Blick in die einschlägigen Webforen bestätigt diesen Eindruck: Neben der Überraschung über den unerwarteten Rücktritt überwiegt bei vielen Fans die Freude. Die vermeintliche Abkehr von den kleinen Traditionsvereinen hin zu neuen, größeren Standorten, einhergehend mit einer Kommerzialisierung, die sich auch im neuen TV-Vertrag mit der Telekom ausdrückte, brachte Pommer nicht nur Sympathien ein. Norbert Rüscher warnt allerdings davor, die Rolle des BBL-Geschäftsführers zu überhöhen: „Er war ja nicht die Liga. Es war nicht so, dass er alles entschieden hat und wir haben staunend danebengestanden“, verweist der Löwen-Manager auf die Liga-Gremien.

Die Erfolgsgeschichte der BBL, die bis 2020 die stärkste nationale Basketball-Liga Europas sein will, soll also auch ohne Jan Pommer fortgesetzt werden. Am Wochenende nach Ostern findet im Zuge des Top-Four-Pokalturniers in Oldenburg eine Liga-Tagung statt. „Dort wird dann nicht nur über die Personalfrage gesprochen, sondern vielleicht auch eine Strukturdiskussion geführt“, erwartet Rüscher interessante Gespräche und Weichenstellungen.
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