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„Ich will mindestens in die Playoffs“

Der aus Florida stammende Keaton Grant ist ein Glücksfall für die Löwen-Basketballer. Foto: Hübner

Basketball-Bundesliga: Vor der heutigen Partie bei seinem Ex-Klub in Ludwigsburg sprach die nB mit Löwe Keaton Grant.

Von Christoph Matthies, 29.01.2016.

Braunschweig. Sein Coach Raoul Korner schätzt ihn als „kompletten Spieler“, die Liga fürchtet ihn als Punktemaschine und die Fans mögen Keaton Grant (29) wegen seiner sympathischen Art. Vor dem heutigen Duell der Löwen bei seinem Ex-Verein in Ludwigsburg (18.30 Uhr) unterhielt sich die nB mit dem Topscorer der Basketball-Bundesliga.

Keaton, Sie sind der beste Punktesammler der BBL, treffen hochprozentig und sind außerdem der zweitbeste Balldieb der Liga: Sehen die Fans gerade den stärksten Keaton Grant seiner Karriere?

Ich habe im Sommer ganz viel Arbeit in die kleinen Dinge investiert. Ganz besonders in meine Wurfmechanik, die vorher eher ungenügend war. Ich habe daran gearbeitet, dass mein Wurf beständiger wird, und das hat sich in der Saison bisher ausgezahlt. Ich hoffe, dass es so weitergeht.

Trotzdem passieren auch Spiele wie gegen Berlin, als nur einer von 14 Würfen das Netz fand. Verfolgt Sie das Spiel in Ihren Albträumen, oder war es eine tolle Erfahrung, weil der letzte Dreier endlich saß und Ihren Löwen den Sieg brachte?

Was die Würfe angeht, war es natürlich ein Albtraum, aber in gewisser Weise war es auch eine gute Erfahrung. Es war offensiv gewiss nicht mein bestes Spiel, aber ich habe andere Wege gefunden, um effektiv zu sein. Ich habe verteidigt und ich habe im Rebound geholfen, was eine unserer großen Schwächen ist. Genau zur richtigen Zeit habe ich dann diesen wichtigen Dreier getroffen. Das hat Spaß gemacht, aber auch die vorherigen Würfe hatten sich gut angefühlt. Eben so, als würden sie reingehen.

Ihr Selbstvertrauen, 78 Sekunden vor Schluss diesen Wurf zu nehmen, war schon eindrucksvoll...

Ich habe im Sommer so viel Zeit und Arbeit investiert und weiß, wozu ich fähig bin. In der ersten Saisonhälfte habe ich so gut getroffen, warum hätte es mir an Selbstvertrauen fehlen sollen? Wenn sich eine gute Möglichkeit ergibt, dann nehme ich den Wurf, selbst wenn ich schon zwanzigmal danebengeworfen habe.

Trotz Ihrer Wahnsinnssaison wurden Sie nicht zum Allstar-Day eingeladen. Wie sind Sie selbst damit umgegangen?

Das war schon okay, es hat mir nichts ausgemacht. Ich nutze das eher zur Motivation. Und so habe ich immerhin eine Pause bekommen. Meine Familie war zu Besuch, ich konnte viel Zeit mit meiner Tochter verbringen.

Aber wie jeder Sportler sehnen Sie sich doch auch nach Ehrungen und Titeln, oder?

Klar, aber einen Titel habe ich lieber am Ende der Saison als in der Mitte.

Nun spielen Sie gegen Ihren Ex-Klub in Ludwigsburg – ein besonderes Spiel für Sie?

Natürlich bist du ein bisschen mehr unter Strom, wenn es gegen dein Ex-Team geht, und es wird Spaß machen, weil auch ihre Fans sehr geladen sein werden. Aber letztlich sehe ich es als Spiel wie jedes andere, denn wir brauchen so viele Siege wie möglich. Selbst wenn es eine weitere Partie wie gegen Berlin würde, was ich nicht glaube, wäre es okay, solange wir den Sieg holen. Schließlich wollen wir in die Playoffs, und unsere Chancen stehen gut.

Wäre es denn eine Katastrophe, wenn Sie die Playoffs verpassten?

Für mich wäre es eine verschwendete Saison. Ich will mindestens die Playoffs erreichen. Das ist der Grund, warum man spielt: Um nach der regulären Saison dabei zu sein, wenn es wirklich um etwas geht.
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