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„Ich stehe mit Rat und Tat zur Seite“

Trägt die Kapitänsbinde bei Eintracht Braunschweig: Marcel Correia. Foto: Susanne Hübner

2. Fußball-Bundesliga: Marcel Correia über den bisherigen Saisonverlauf und seine neue Verantwortung auf dem Platz.

Von Elmar von Cramon, 13.11.2015.

Braunschweig. Mit guten Leistungen katapultierte sich Marcel Correia in den vergangenen Jahren in den Kreis der Führungsspieler bei Eintracht. Seit Sommer führt er die Mannschaft nun auch als Kapitän aufs Feld. Die nB sprach mit dem 26-Jährigen, der nach einer Muskelverletzung auf ein baldiges Comeback hofft, über den bisherigen Saisonverlauf und seine neue Verantwortung auf und neben dem Platz.

?Ihre Mannschaft steht auf dem vierten Tabellenplatz und hat im DFB-Pokal das Achtelfinale erreicht. Wie ordnen Sie den Verlauf der Saison ein und was hat Sie bislang überrascht?

!Wir können durchaus zufrieden sein. Es war uns zu Saisonbeginn jedoch klar, dass wir vor einer anspruchsvollen Spielzeit stehen, da die 2. Liga über viele Mannschaften verfügt, die auf einem hohen Niveau spielen. Alles ist eng beieinander, was man auch an der Tabellensituation sieht. Es kann dort alles ziemlich schnell gehen: St. Pauli wäre in der Vorsaison fast abgestiegen und steht nun auf Tabellenplatz zwei. Überraschend ist für mich die gute Rolle, die der SV Sandhausen trotz der Hypothek des Drei-Punkte-Abzugs spielt.

?Im Sommer hat Ihr Trainer Torsten Lieberknecht ein neues Spielsystem eingeführt. Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Dreier- oder Fünferkette in der Defensive und welche Vorteile bietet das System?

!In den ersten drei Spielen hat man gesehen, dass es noch ein wenig gehapert hat, weil Automatismen erst greifen mussten. Mit der Zeit wurde es immer besser und schließlich hatten wir eine Serie mit fünf Spielen ohne Gegentor. Setzen wir die Vorgaben unseres Trainers weiterhin konsequent um, sind wir ganz schwer zu schlagen. Inklusive Pokal waren wir bereits zehnmal ohne Gegentor, das zeigt, dass wir auf einem sehr guten Weg sind und die richtigen Schlüsse aus der vergangenen Saison gezogen haben. Im Aufstiegsjahr waren eine sehr präsente Abwehrreihe und eine gut funktionierende Mannschaft unsere größten Stärken. Wenn du aus einer stabilen Defensive kommst, ist es auch für die Jungs in der Offensive einfacher. Kämpft, wie in unserer Mannschaft, noch einer für den anderen, können wir erfolgreich sein.

?Sie tragen seit vergangenem Sommer die Kapitänsbinde. Wie gefällt Ihnen diese neue Rolle?

!Ich habe mich sehr über das Vertrauen des Trainers gefreut, mir die Rolle des Kapitäns zu übertragen. Nach dem Abschied von vielen verdienten Akteuren im Sommer war klar, dass sich eine neue Hierarchie innerhalb des Teams herauskristallisiert. Zusammen mit Spielern wie Ken Reichel oder Mirko Boland hatte ich nach Verletzungen von Führungsspielern ja bereits im Vorjahr Verantwortung übernommen, als Kapitän steht man aber noch mal anders im Fokus. Man muss sehr präsent sein, wenn nötig auch mal unangenehme Sachen ansprechen. Eine intakte Truppe zu haben, macht es für mich als Kapitän natürlich einfacher, erst recht, wenn man - wie wir momentan - erfolgreich ist. Es gilt, diesen Weg jetzt beizubehalten und nicht vom Kurs abzukommen.

?Seit Sommer stehen wesentlich mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader, wie sehen Sie deren Entwicklung?

!Gerrit Holtmann und Max Sauer haben uns auf dem Platz sofort weitergeholfen. Doch auch die anderen Jungs, die wir noch in der Hinterhand haben, werden sich entwickeln, beim einen geht das schneller beim anderen dauert es etwas länger. Als Kapitän stehe ich ihnen wie jeder der erfahreneren Spieler mit Rat und Tat zur Seite. Die Jungs wissen, dass sie Teil der Mannschaft sind und Fehler machen dürfen, das hilft einem als jungem Spieler enorm, um befreit aufspielen zu können.

?Hilft es jüngeren Spielern außerdem, zuvor schon im eigenen Nachwuchs aktiv gewesen zu sein, bevor man den Sprung in den Profibereich wagt?

!Der Weg, den wir eingeschlagen haben, kommt bei unseren Anhängern auch deshalb sehr gut an, weil sie bei den Nachwuchsspielern sehen, wieviel es ihnen bedeutet, den Löwen auf der Brust zu tragen. Die Jungs bekommen ja schon in den Nachwuchsteams mit, dass uns die Fans bei den Spielen immer unterstützen und stolz sind, wenn ein Spieler aus den eigenen Reihen den Sprung schafft.

?Außerdem ist der Kader in dieser Spielzeit sehr multinational besetzt. Was sorgt dafür, dass den ausländischen Spielern die Integration leicht fällt?

!Zum einen bringen sie uns bereits durch ihre individuelle Klasse nach vorne. Der andere Punkt ist, dass wir das Miteinander nochmals forciert haben. Das ist das Wichtigste, wenn du in der 2. Liga erfolgreich sein willst. Darmstadt 98 hat es in der vergangenen Saison vorgemacht, wie man mit Teamspirit und Kampfgeist erfolgreich sein kann, ohne die besten Individualspieler zu besitzen. Das kann uns in dieser Saison ein gutes Vorbild sein.
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