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„Ich fühle mich hier wohl“

Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. Foto: Susanne Hübner

Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht kann sich längeres Arbeiten in Braunschweig vorstellen,

Von Elmar von Cramon, 20.05.2016.

Braunschweig. Im zweiten Teil des nB-Interviews spricht Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht über Neuzugänge und seine eigene Zukunft.

?Neben den Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs haben in dieser Spielzeit auch die jungen Spieler mit internationalem Hintergrund wie Salim Khelifi, Joe Baffo oder Saulo Decarli überzeugt. Emil Berggreen bescherte dem Verein sogar eine Millionenablöse. Bestehen Überlegungen, die Transferaktivitäten im Sommer auf solche Akteure zu fokussieren?

!Die große Kunst ist und bleibt, Spieler zu finden, die den Kader aufwerten, dabei schauen wir uns natürlich auch im Ausland um. Diese Spielzeit hat gezeigt, dass wir in der Lage sind, solche Spieler auch weiterzuentwickeln. Mit dem Weggang von Emil Berggreen hat der Verein die höchste Ablösesumme aller Zeiten für Eintracht erzielt, auch das kann durchaus als Erfolg in dieser Spielzeit verbucht werden. In dieser Hinsicht wollen wir in Zukunft noch kreativer werden, auch weil der Markt durch die englischen Clubs noch umkämpfter geworden ist. Nachdem viele der jungen Spieler im vergangenen Jahr überzeugen konnten, wird es für sie nun darum gehen, ihre Leistung in der kommenden Saison zu bestätigen: Sie sollen Konstanz entwickeln und den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen.

?Wie viele Neuzugänge sind neben Quirin Moll und Julius Biada noch angedacht?

!In diesem Jahr war der Konkurrenzkampf auf einigen Positionen durch die Ausfälle eingeschränkt. Wollen wir uns in der künftig noch stärkeren 2. Liga behaupten, benötigen wir einen Konkurrenzkampf auf noch höherem Niveau. Wir brauchen einen groß gewachsenen Akteur in der Innenverteidigung, nicht nur weil Marcel Correia zum Saisonstart nicht fit wird und Saulo Decarli genauso wie Ken Reichel gesperrt ausfällt. Im Offensivbereich benötigen wir neben Julius Biada noch einen weiteren Akteur. Für das defensive Mittelfeld haben wir mit Quirin Moll bereits einen Spieler verpflichtet, gern hätten wir noch einen weiteren Spieler, der möglichst flexibel einsetzbar ist.

?Ihr eigener Vertrag läuft 2017 aus. Unter welchen Voraussetzungen könnten Sie sich eine Vertragsverlängerung vorstellen?

!Ich habe ein klares Bekenntnis gegeben den Vertrag zu erfüllen, das entspricht meinem Werteverständnis. Ich kann mir eine Menge vorstellen, auch ein noch längeres Arbeiten in Braunschweig. Dafür ist entscheidend, wie die weitere Entwicklung aussehen soll und welche Ideen man gemeinsam finden kann, um größere Dinge anzuschieben. Momentan kann ich mich mit unserer aktuellen Situation absolut identifizieren und fühle mich in Braunschweig wohl. Im Laufe der kommenden Saison haben wir Zeit, die Dinge zu besprechen und die Entwicklung zu beobachten. Der Verein wird mit Sicherheit seine Signale aussenden, wie er sich den weiteren Weg vorstellt. Man kann viele Dinge in die richtige Richtung bringen, natürlich ist mir bewusst, dass uns Dinge wie die begrenzte Zuschauerkapazität gegenüber vielen Konkurrenten finanziell einschränkt. Die Herausforderung war für mich aber immer, mit solchen Einschränkungen umzugehen und bestmögliche Arbeit abzuliefern.
Es ist alles eine Frage der Kreativität: Was können wir noch weiterentwickeln? Wofür soll der Verein stehen? Das sind spannende strukturelle Fragen, die es zu beantworten gilt. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, in die neue Saison in der 2. Liga zu gehen, wo gewisse Herausforderungen auf uns warten.

?Mit dem SV Darmstadt 98 hat seit Jahren erstmals ein Bundesligaaufsteiger als absoluter Underdog den Klassenerhalt geschafft. Wie sehen sie den Weg der Darmstädter vor dem Hintergrund, dass die Anzahl „klassischer“ Bundesligaklubs im Oberhaus sinkt?

!Mein Respekt gilt den Darmstädtern, die ihre Schlüsse aus dem gezogen haben, was andere Aufsteiger vorher gemacht haben. Sie haben sich mit viel Bundesligaerfahrung verstärkt und verdient den Klassenerhalt geschafft.
Man kann in der Tat beobachten, dass „Verschiebungen“ stattfinden. Ich bin mir sicher, dass künftig noch mehr „Elefanten“ aus der ersten Liga den Gang in die 2. Bundesliga antreten müssen.

?Wie beurteilen Sie Eintrachts Bilanz im Vergleich zu anderen Klubs, die in den vergangenen Jahren aus der ersten Liga absteigen mussten?

!Wir haben den Abstieg und den damit verbundenen Umbruch sehr gut verkraftet. Düsseldorf und Nürnberg gerieten auch in der 2. Liga in den Abstiegskampf, wie im Übrigen auch Fürth und Karlsruhe, nachdem sie knapp am Aufstieg gescheitert waren. Der SC Paderborn hat mit dem zweiten Abstieg hintereinander sogar die absolute Negativüberraschung erlebt und ist ein warnendes Beispiel dafür, wie man einen Verein durch den Transfer tragender Säulen regelrecht „hinrichten“ kann.

?Wer wird in diesem Jahr Europameister?

!Ich hoffe natürlich, dass die deutsche Mannschaft bestmöglich abschneidet und vielleicht sogar Europameister wird. Nachdem mit Leicester City ein Underdog englischer Meister wurde, könnte ich mir aber auch vorstellen, dass auch bei der EM ein Außenseiter den ganz großen Coup landen wird.
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