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„Ich bin nicht ohne Grund hier“

Football: Lions-Quarterback Jose Mohler will Dreh- und Angelpunkt des Angriffs sein.

Von Daniel Beutler, 01.05.2013.


Braunschweig. „Das ist das Erste, was mich jeder fragt. Man spricht das ‚J‘ als ‚ch‘“, erklärt Jose Mohler, Quarterback und somit die Lichtgestalt des Angriffs der Bundesliga-Footballer der New Yorker Lions, die Aussprache seines Namens. Das Zweite, was sich fast jeder fragt: Wie wird der Spielmacher den Braunschweiger Angriff durch die Bundesliga-Saison führen?

Eine Aussprache, wie bei Real Madrids Antisympath und Trainer José Mourinho würde dem US-Amerikaner auch nicht gerecht, ist er doch das genaue Gegenteil. Sympathisch, ruhig, sicher, auch etwas abgedreht, glaubt man seinem Twitter-
Account, aber im Kern ein grundsolider junger Mann, in dessen Hände die Lions einen riesigen Batzen Verantwortung legen. Angst davor hat er aber nicht. „Ich spiele schon lange auf dieser Position und kenne es nicht anders, als unter Druck zu stehen. Aber das ist alles nur eine Frage der Vorbereitung und ich bin vorbereitet“, verspricht Mohler und wirkt dabei absolut überzeugend. Man merkt, dass er sein Leben dem Football verschrieben hat. Mit einem Bachelor-Abschluss in Psychologie ausgestattet, zieht es ihn nicht ans Kopfende eines Therapiesofas, sondern an die Seitenlinie eines Footballfeldes. „Ich habe das studiert, um die Menschen besser zu verstehen, mit denen ich arbeiten will. Das ist absolut mein Ziel, nach meiner Spielerkarriere Trainer zu werden. Aber erst spiele ich, solange es geht“, sagt Mohler. Soviel zu Frage eins.
Frage zwei lässt sich ohnehin nur schwer beantworten. Denn dass er das nötige Handwerkszeug hat, davon ist auszugehen. Sonst hätte ihn Cheftrainer Troy Tomlin nicht verpflichtet. Ganze vier Tage war Mohler bei der Plattform Europlayers angemeldet, wo sich Spieler für Posten in Europa präsentieren, dann rief Tomlin an und die Lions hatten ihren Quarterback.
Aber die Braunschweiger brauchen mehr als einen Spielmacher. Der neu zusammengewürfelte Kader benötigt vor allem Führungspersönlichkeiten. Allen voran auf der Position des Quarterbacks. „Ich bin so ein Mensch geworden. In diese Rolle bin ich in der College-Zeit reingewachsen“, zerstreut Mohler mögliche Bedenken, seine Nettigkeit sei Schwäche. Er sei halt keiner, der brüllt und niedermacht. „Ich bin ein positiver Mensch und ermutige. Ich meine, wir sind alle erwachsen“, beschreibt der US-Amerikaner seinen Führungsstil. Und wenn es mal lauter werden muss, ist für solche Fälle der Trainerstab zuständig. Und die Fans.
Von denen erhofft sich Mohler Unterstützung. Außerdem gelte es, sie zu begeistern, dann steige der Lärmpegel automatisch, das hat er im Testspiel gegen die Tollense Sharks bewiesen. „Coach Tomlin hat mich nicht ohne Grund hierher geholt“, ist sich „Chose“ Mohler sicher, der Richtige für den Job zu sein. Ab dem 26. Mai, wenn die Saison in Berlin beginnt, wird er es beweisen müssen.
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