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Hoffen auf „fröhliche Mehrheit“

Dr. Gert Hoffmann. Foto: T.A.
 
Joachim Grande. Foto: T.A.

Stadt, Polizei und Verein appellieren vor dem Bundesliga-Derby an die Vernunft.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 06.04.2014.

Braunschweig. Heute steht viel auf dem Spiel – auch Braunschweigs guter Ruf. Die Stadt, die Polizei, Eintracht – alle Seiten appellieren deshalb an die Vernunft.

Einen ekelhaften Zwischenfall gibt es bereits: Ein totes Lamm war mit den 96-Vereinsfarben besprüht und am Zaun des Trainingsgeländes in Hannover aufgehängt worden. Daneben ein Schild: „Am Sonntag geht euch Mistviechern die Luft aus“. Bereits im Vorfeld des Hinspiels im November 2013 war ein Schwein mit 96-Schal um den Nacken und schwarzer Farbe am Körper durch Hannover geirrt. Alle hoffen, dass es sich bei den Verantwortlichen für diese miesen Aktionen um einzelne Chaoten handelt.

Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann bleibt zuversichtlich, dass der Derby-Tag heute friedlich ablaufen wird. Auch Polizeisprecher Joacchim Grande hofft auf ein gutes Fußballfest und Ruhe in der Stadt. Eintracht selbst hat mit einer großen Fanaktion gestern schon gute Laune und positive Stimmung verbreitet.
Ein Knackpunkt ist sicher die Demonstration Hannoveraner Fans in der Nähe des Hauptbahnhofs. „Ihre Klage wurde abgewiesen, das bedeutet, dass die Beschränkungen bestehen bleiben“, sagte Joachim Grande.

Auch Ordnungsdezernent Claus Ruppert ist mit der Entscheidung zufrieden: „Das Verwaltungsgericht ist der Gefahrenanalyse der Polizei in vollem Umfang gefolgt. Mit dem Beschluss sind nun die Voraussetzungen geschaffen, dass es aufgrund der Demonstration nicht zu einem gewaltsamen Aufeinandertreffen gewaltbereiter Fans in der Stadt kommt“, sagte Ruppert. Es sei den Hannoveraner Fans möglich, ihre Kundgebung abzuhalten. Durch die örtliche und zeitliche Begrenzung der Kundgebung werde der Polizei eine Trennung der gewalttätigen Lager ermöglicht. „Das ist eine gute Nachricht für die vielen Braunschweiger und Hannoveraner Fans, die sich auf ein attraktives Fußballspiel ohne unerfreuliche Begleiterscheinungen freuen.“

Auf diese „fröhliche Mehrheit“ setzt auch Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann. „Dazu gehört natürlich vor allem die Hoffnung auf einen Sieg in diesem so wichtigen Prestige-Duell, der zudem im Abstiegskampf für die Eintracht einen entscheidenden Schub bringen kann.“ Noch wichtiger sei aber für ihn, dass der Sonntag friedlich verlaufe und die Stadt ein gutes Bild für Gäste und Medien auch von außerhalb abgibt. Er habe sich persönlich von der Polizei über alle Einzelheiten der Einsatzplanung informieren lassen und sei beeindruckt, mit welcher Umsicht und Professionalität die Vorbereitungen laufen würden. Mehr könne man seines Erachtens nicht unternehmen.
Für alle denkbaren Konstellationen seien Planungen durchgespielt und Vorkehrungen getroffen. Der Oberbürgermeister bezeichnete es gleichwohl als bedauerlich, dass ein so schönes, traditionsreiches Fußballspiel ein so großes Aufgebot von Polizei und Sicherheitskräften erforderlich mache, das den Steuerzahler wieder einmal viel Geld kosten würde.

Rund 3300 Beamte sind rund um das Derby heute im Einsatz. „Und dieser Einsatz läuft bereits seit Freitag“, sagte Grande. Nach dem Zwischenfall mit dem toten Tier in Hannover seien inzwischen Plakate und Schmierereien mit Parolen gegen Braunschweig an verschiedenen Brücken an den Autobahnen entdeckt worden. Rund 100 Eintracht-Anhänger hatten in der Nacht zu Sonnabend das Stadion an der Hamburger Straße „bewacht“, damit es nicht beschmiert werden kann. „Wir beobachten das alles“, sagt Grande, „und wir stehen bereit.“
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