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Hockeytalent Emely Vysoudil kämpft für Eintracht Braunschweig und träumt vom Nationalteam

Emely Vysoudil (Mitte) in Aktion.
 
Trainer Carsten Alisch (Eintracht Braunschweig)

Hockey: Die junge Löwin spielt ihre zweite Saison in der Bundesliga und erzielte kürzlich das „Tor des Jahres“.

Von Jonas Dräger, 22.10.2016.

Braunschweig. Sie ist 17 Jahre jung und zählt bei der Eintracht zu den ganz großen Talenten. Emely Vysoudil gehört seit 2016 zum Bundesligakader der Eintracht und hat berechtigte Hoffnungen für die Juniorinnen-Nationalelf nominiert zu werden.

Es war der 1.Mai 2016. Eintracht lag im Spiel beim TSV Mannheim mit 0:1 hinten. Nach schönem Zuspiel von Frederike Stegen kam Emely Vysoudil am Kreis zum Abschluss und hämmerte die Kugel in den rechten Torwinkel – ein absolutes Traumtor. Die Hockeyfans wählten den Treffer im September zum Tor des Jahres.
Frühe Berufung in den U16-Nationalkader

Die große Aufmerksamkeit könnte der Schülerin bei der nächsten Nominierungsrunde für das Nationalteam sicherlich helfen. Die Torschützin selbst bleibt jedoch bescheiden: „Ich glaube, dass es nicht so ausschlaggebend ist. Allerdings habe ich schon bei den U16-Turnieren gespielt und hoffe auf eine weitere Einladung“, sagt sie. Damals hatte sie nicht mit einer Nominierung gerechnet, war umso glücklicher für Deutschland spielen zu dürfen. Eine Grippe beim abschließenden Turnier verhinderte letztlich weitere Einsätze. Der Weg der achtfachen Nationalspielerin hätte allerdings auch anders verlaufen können. Beim BTHC stieg sie im Alter von sechs Jahren in ihren Sport ein, spielte zeitgleich aber auch Fußball bei der Freien Turnerschaft. „Hockey hat mir aber einfach mehr Spaß gemacht“, erklärt Vysoudil.

Mit der Eintracht holte sie im Nachwuchsbereich die niedersächsische Meisterschaft und den dritten Platz bei der Endrunde der deutschen Meisterschaft. In dieser Saison war sie doppelt im Einsatz. Mit der weiblichen Jugend A kassierte sie vor kurzem eine ganz bittere 2:3-Niederlage im Finale der Zwischenrunde. Der Gegentreffer fiel rund 90 Sekunden vor Spielende. Ein Sieg und das Team hätte zu den besten vier Mannschaften des Landes gehört.
Bitterer Abstieg aus der 1.Bundesliga

Zur Rückrunde der Saison 2016 stieß sie mit 16 Jahren zum Kader der Bundesliga-Damen und erlebte direkt einen Abstieg, sammelte aber reichlich Erfahrungen. „Es war schon was Besonderes gegen Teams mit Nationalspielerinnen anzutreten, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt“, erinnert sich die gelernte Mittelfeldspielerin. „Am Ende haben wir alle etwas den Spaß verloren, weil man sich vorher eh gedacht hat, dass es nichts wird“, beschreibt sie ihre ersten Schritte in der Bundesliga. Woche für Woche hagelt es für das junge Team deutliche Niederlagen. Selbst gegen die direkten Konkurrenten reichte es nicht für einen Sieg.

In der 2.Bundesliga läuft es dafür ziemlich gut. Ausgerechnet am letzten Spieltag vor der Winterpause kassierte das Team die erste Saisonniederlage. Mit dem 3.Platz sind trotzdem alle sehr zufrieden. „Der Unterschied zwischen der 1.Liga und der 2.Liga ist schon ziemlich groß“, findet Vysoudil. Ihrem Team traut sie trotzdem noch einen weiteren Sprung zu und glaubt an eine starke Rückrunde.
Zuvor steht jedoch die Saison in der Halle vor den Blau-Gelben. Da spielt die Eintracht in der 1.Bundesliga. „Ich glaube, dass da eher die Älteren spielen werden, wir jungen gelegentlich nachrücken. Wir wollen aber gemeinsam die Klasse halten“, erklärt sie.

„Emely ist schon ein kleiner Goldschatz“

Zu ihren Stärken und Schwächen möchte sich das Nachwuchstalent nur ungern äußern. Außer einem „Oh Gott. Ich glaube das können andere besser beurteilen“, ist Ihr nichts zu entlocken. Ganz bescheiden lässt sie da ihrem Trainer den Vortritt, der wiederum einiges berichten kann. „Emely ist schon ein kleiner Goldschatz, der sich super einbringt“, sagt Coach Carsten Alisch schmunzelnd. „Sie ist im Spiel noch etwas zurückhaltend, darf gerne mehr machen und aktiver werden. In dieser Saison hat sie im zentralen Mittelfeld aber schon überragend gespielt, folgt den Anweisungen und hat noch eine Menge Potenzial“, verrät er. Ihre positive Einstellung auch nach Niederlagen schätzt er ganz besonders. Überhaupt ist die Stimmung im Kader der Eintracht prächtig. „Wir jungen sind Anfang des Jahres prima von den älteren aufgenommen worden“, berichtet Vysoudil. Vieles macht das Team gemeinsam. Die Spiele der deutschen Mannschaft bei Olympia verfolgte nahezu der komplette Kader im Vereinsheim und auch beim Thema Teambuilding wird jeder einbezogen. Mit Coach und Betreuern wird da schon mal die Nacht zum Tage gemacht und die Clubs in der Löwenstadt besucht.

Pläne für die Zukunft?

Wie lange der Trainer von seinem Talent noch profitieren kann, ist jedoch ungewiss. Nach dem Abitur will Emely studieren. Wo und was ist noch offen. „Da habe ich mir bisher keine großen Gedanken gemacht“, sagt sie. Die Spielerinnen in Braunschweig zu halten ist für den Verein ein Problem. Nur wenige im Kader können sich für die technischen Studiengänge an der Braunschweiger Universität begeistern. Auch Emely rollt da leicht mit den Augen. So zieht es immer wieder einige Stammkräfte in andere Städte. Speziell die Hockeyhochburg Hamburg ist sehr begehrt.

U-18 Kader als Ziel

Emely Vysoudil lässt dies allerdings locker auf sich zukommen. Ein Ziel für dieses Jahr hat sie noch vor Augen „Im Oktober ist die Sichtung für die U18-Nationalmannschaft. Da wäre ich schon gerne dabei“. Für den Hockeystandort Braunschweig wäre das ein gutes Signal. Mit dem MTV, BTHC und Eintracht gibt es drei Anlaufstellen für junge Nachwuchstalente wie Emely.
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