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Helmut Menz verwaltet die Tradition

Fußball: Mehr als 600 Wimpel und unzählige Dokumente lagern im Archiv von Eintracht

Von Robin Koppelmann, 22.04.2009

Braunschweig. Eng ist es in zwei von außen unscheinbaren Räumen zwischen den Blöcken fünf und sechs in der Südkurve im Eintracht-Stadion. Hier stapeln sich Akten, Filmrollen, Pokale und Wimpel – das Archiv des Traditionsvereins Eintracht Braunschweig. Und zwischen all den Schätzen der 113-jährigen Vereinsgeschichte arbeitet ein Mann ganz eifrig: Helmut Menz.

„Als Hermann Nolte im Juni 2008 den Posten als Archivar aus Altersgründen aufgeben musste, sollten die Dokumente ins Stadtarchiv überstellt werden“, erinnert sich Menz. Zu dem Umzug kam es nicht, denn er übernahm die Leitung des Archivs – ehrenamtlich. „Bis zu zehn Stunden arbeite ich unter der Woche hier und bin gerade dabei, alles digital zu katalogisieren.“
Ein schier unmögliches Unterfangen, besonders da Menz nebenher noch seinem Hauptberuf als Rüstmeister am Braunschweiger Staatstheater nachgehen muss. Den Spaß verliert er trotzdem nicht, die Liebe zum Verein besteht schließlich nicht erst seit gestern: „Seit 1990 besuche ich im Grunde jedes Eintracht-Heimspiel“, gibt Menz zu Protokoll. Er gibt aber auch zu, ausgerechnet Ligakonkurrent Union Berlin „ein bisschen die Daumen zu drücken“.
Langfristig möchte Menz das Archiv auch öffentlich attraktiver gestalten: „Einem Spieler sollte nach seiner Verpflichtung vielleicht erst mal eine Führung gewährt werden, damit er weiß, was der Fußball hier bedeutet“, schlägt Menz vor, der das Archiv nicht umsonst als „Gedächnis des Vereins“ bezeichnet. Trefflicher könnte die Umschreibung kaum sein, selbst ein Originalregelwerk des Braunschweiger Lehrers Konrad Koch aus dem Jahre 1871 liegt wohlbehütet zwischen lauter blau-gelber Vereinsgeschichte.
Und auch die beeinhaltet eine erfolgreiche Vergangenheit: „Eine der Meisterbierdosen ist sogar noch gefüllt“, schmunzelt Menz, der unlängst einige Requisiten für die Dreharbeiten des „66/67“-Kinofilms zur Verfügung stellte. Und mit diesem Artikel einen weiteren kleinen Teil der Eintrachtgeschichte archivieren wird.
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