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Heimniederlage der Löwen gegen Gießen

Dyshawn Pierre gelangen gegen Gießen 21 Punkte, allerdings verlor er auch fünfmal den Ball. Foto: Hübner.

Basketball-Bundesliga: Beim 74:84 gegen die 46ers darf Braunschweig nur wenige Minuten am Sieg schnuppern.

Von Christoph Matthies, 01.04.2017.

Braunschweig. Zu viele individuelle Fehler, defensiv wie offensiv, haben den ersehnten dritten Heimsieg der Löwen-Basketballer am Samstagabend zunichte gemacht. Gegen den Neunten der BBL, die Gießen 46ers, stand es nach 40 Minuten 74:84 (43:53).

Nur 2106 Zuschauer hatten den Weg in die VW-Halle gefunden, um die Löwen auf ihrer Mission Klassenerhalt zu unterstützen. Hatten die Daheimgebliebenen vielleicht schon geahnt, dass gegen die von Denis Wucherer trainierten Gießener, eines der großen Überraschungsteams der Saison, nichts gehen würde?

„Auf die Körbe hier in der Halle zu werfen ist, wegen der anderen Perspektive, nicht einfach. Das weiß ich noch aus meiner Zeit als Spieler“, teilte Wucherer nach der Partie mit. Dass sein Team allein in der ersten Hälfte dennoch stattliche 53 Punkte erzielen konnte, war vor allem der „Schweizer-Käse-Defense“ der Braunschweiger geschuldet, die den Hessen immer wieder offene Würfe und freie Laufwege zum Korb gestatteten. So lange die Löwen vorne auch trafen, machte das nicht viel aus, doch Mitte des ersten Viertels ließ die Treffsicherheit allmählich nach, nach zehn Minuten stand es bereits 27:19 für die Gäste.

Fünf Sekunden vor Ende des ersten Viertels durfte Andre Hollins für drei Freiwürfe an die Linie – er traf keinen davon. „Das zieht einen runter“, sagte Löwen-Trainer Frank Menz hinterher. Tatsächlich bekam Hollins, der als Carlton-Guyton-Ersatz stark abliefern muss, damit die Löwen eine realistische Chance haben, danach kein Bein mehr auf den Boden. Und das ganze Team wirkte zeitweise unsicher, nervös. „Wir sehen nach wie vor oft aus wie das Kaninchen vor der Schlange“, so der Trainer, der sich von seinen zumeist jungen Spielern ein bisschen mehr Abgezocktheit wünschen würde. Eine Coolness, wie sie etwa Gießens Dwayne Evans, mit 22 Punkten Topscorer der Partie, immer wieder zeigte.

Den Zehn-Punkte-Pausenrückstand konnten die Löwen bis zum Schlussviertel nicht verkürzen. Das änderte sich im Schlussabschnitt, als Dyshawn Pierre (21 Punkte) und Co. nochmal aufdrehten. Als zunächst Center Geoffrey Groselle und dann Pierre relativ wilde Würfe mit Brett versenkten, witterte auch das Publikum beim Stand von 65:72, dass hier noch etwas gehen könnte. Erste „Defense“-Anfragen der Fans beantwortete Sid-Marlon Theis mit einem spektakulären Block.

Das waren die Löwen, auf die ihre Anhänger das ganze Spiel gewartet hatten.

Keine zwei Minuten später war das Menz-Team auf drei Zähler herangekommen (69:72), erneut hatte eine starke Defensivaktion, ein toller Block von Pierre, den Fastbreak eingeleitet, den der Kanadier dann vorne spektakulär per Dunking verwandelte. Das Momentum war nun auf Seiten der Löwen.

Doch Gießen fand zurück in die Partie. Knapp fünf Minuten vor Schluss traf Braunschweigs Groselle zum 71:74 – ein offenes Spiel. Doch es sollte für über vier Minuten der letzte Punkt der Hausherren bleiben. Nun, da die Chance zum Sieg offen vor ihnen lag, verkrampften die Löwen erneut, trafen offensiv falsche Entscheidungen, dribbelten sich fest und nahmen schlechte Würfe. Die Gießener fanden ihren Rhythmus wieder und siegten am Ende doch noch souverän.

Durch die Niederlage von Vechta bei Raoul Korners Bayreuthern haben die Löwen als Tabellensechzehnter weiterhin vier Punkte Vorsprung auf Abstiegsplatz 17.

Für die Löwen punkteten: Pierre 21, Schwartz 12, Groselle 12, Medlock 11, Boykin 10, Klepeisz 6, Hollins 2, Theis, Figge.
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