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Hase-und-Igel-Wettlauf mit den Dopingsündern

In der Reihe „Tatsachen? Forschung unter der Lupe“ wurde am Donnerstag im Haus der Wissenschaft kundig über das Thema Doping diskutiert.

Von Christoph Matthies, 30.09.2012

Braunschweig. Im Olympiajahr 2012 stand auch das Thema Doping wieder auf der Tagesordnung. Tiefe Einblicke in die Schattenwelt der verbotenen Substanzen lieferte Donnerstag ein fachkundiges Podium im Haus der Wissenschaft.

Nicht nur wenn es um Geld und Medaillen geht, kommen häufig verbotene Mittel und Methoden zum Einsatz. „Die gesellschaftliche Diskussion fokussiert sich auf den Spitzensport, der Hobbybereich wird oft außen vorgelassen“, glaubt Fabian Utermöhle.
Der Sportstudent der TU Braunschweig hat sich in seiner Bachelorarbeit mit jugendlichen Nutzern von Dopingpräparaten beschäftigt. Die anonymisierte Befragung seiner Testpersonen, die im Fitnessstudio-Umfeld zu illegalen Hilfsmitteln griffen, förderte auch die gefährlichen gesundheitlichen Nebenwirkungen zutage.
Um den Missbrauch der schädlichen leistungsfördernden Präparate zumindest im Spitzensport einzudämmen, führt die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) regelmäßig Kontrollen durch. Nada-Pharmazeutin Anja Scheiff erläuterte im Haus der Wissenschaft nicht nur die tägliche Arbeit der Kontrolleure, sondern äußerte sich auch zu den finanziellen Problemen der Stiftung, nachdem die Anschubfinanzierung des Bundes in diesem Jahr ausläuft.
Vor einem sehr interessierten, mit Nachfragen nicht geizenden Publikum berichtete Wilhelm Schänzer vom Zentrum für Präventive Dopingforschung vom ewigen „Hase-und-Igel-Wettlauf“ mit den Dopingsündern: „Wenn eine Substanz leicht herzustellen ist, dann ist sie auch relativ schnell auf dem Schwarzmarkt.“ Besonders Laboratorien in China, aber auch Untergrundlabors in Deutschland würden es den Fahndern schwermachen, immer wieder neue Präparate nachzuweisen. Dennoch stehe man besser da als noch vor 20 Jahren: „Der Vorsprung der Labors ist geringer, die Abschreckung dafür deutlich erhöht worden.“
„Wie bekommen wir Leistung und Fairplay zusammen?“, fragte der Historiker Heiko Stoff, der damit neben den gesundheitlichen Folgen auch das zweite Problem des Dopings, die fehlende Chancengleichheit, ansprach. Auch der Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Ausnahmegenehmigungen für chronisch Kranke kamen in der angeregten Diskussion zur Sprache.
Spätestens, wenn es wieder um Medaillen geht, wird der nächste populäre Dopingfall nicht lange auf sich warten lassen.
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