Anzeige

Gutes Auge und ganz viel Power

Am Mittwoch stand für Kenny Frease der obligatorische Medizincheck auf dem Programm. Dr. Volkmar Nerreter vom HEH-Klinikum Melverode prüfte den Center auf Herz und Nieren. Foto: Matthies

Basketball-Bundesliga: Löwen-Center Kenny Frease eröffnet neue Möglichkeiten unter dem Korb.

Von Christoph Matthies, 07.08.2015.

Braunschweig. Mit dem Deutsch klappt es bei ihm noch nicht so gut, trotz Sprachlern-Software. Das gibt Kenny Frease unumwunden zu. In der Basketball-Bundesliga hat sich der hünenhafte Center (2,11 Meter) dafür ziemlich gut akklimatisiert. Nach Engagements in Tübingen und Quakenbrück geht er nun mit den Löwen in seine vierte BBL-Saison.

In der vergangenen Spielzeit hatte sich der Mann aus Ohio kurz in der zweiten türkischen Liga versucht. Doch als sich die Gelegenheit bot, nach Deutschland zurückzukehren, ergriff er sie beim Schopfe. „Das Spiel in der Türkei war eher unorganisiert, das lag mir nicht“, sagt Frease, der im Oktober seinen 26. Geburtstag feiert. Er mag es, wenn er weiß, wo die Mitspieler stehen. Und das hat einen guten Grund.

Fragt man Löwen-Coach Raoul Korner nach den Stärken seines gewichtigen Neuzugangs, dann nennt der Österreicher auch eine Fähigkeit, die für einen Fünfer nicht unbedingt typisch ist: das gute Auge für den Mitspieler. „Das ging schon in der High School los“, erinnert sich Frease. Damals sei er nur wenig kleiner gewesen als heute, seine Gegenspieler eher um die 1,80 Meter. „So wurde ich dann von vier Leuten gleichzeitig verteidigt und musste den offenen Mitspieler finden. Noch heute spiele ich lieber einen coolen Pass, als dass ich selber in der Zone punkte.“ Dass er aber auch ein guter Scorer ist, bewies er zuletzt in Quakenbrück: In 15 Minuten 8,6 Punkte zu erzielen ist eine ordentliche Ausbeute. Gegen Braunschweig markierte er im März 14 Zähler.

Bei den Löwen tritt Frease in die Fußstapfen von Kyle Visser, die nicht eben klein sind. Nicht umsonst war Visser einer der Publikumslieblinge und spielte sechs Jahre an der Oker. Mit Ehefrau Emily und Teddy, einem frechen Mischling aus Pudel und Shih Tzu, wohnt der Neuzugang in der Wohnung seines Vorgängers. Körperlich und im Spielstil unterscheiden sich die beiden durchaus. Bei gleicher Größe ist Frease mit seinen 130 Kilos ein echter Brocken. „Visser ist athletischer und schneller als ich“, räumt er ein, „ich nutze eher meine Physis. Meine größte Stärke ist das Spiel mit dem Rücken zum Korb. Ich bin größer und schwerer und ‚überpowere‘ so die meisten Gegenspieler.“ Kein Wunder, dass der kräftige Kenny Frease auch der „K-Train“ genannt wird.

Zum harten Power-Spiel in der Zone gesellt sich ein überraschend weiches Handgelenk aus der Halbdistanz. „Gerade zu Beginn der Saison will ich mich aber als Inside-Präsenz etablieren“, sagt Frease. Abspecken möchte er dennoch, fünf Kilo sollen in der Saisonvorbereitung runter. Und wer weiß, vielleicht bleibt ja doch noch etwas Zeit für ein paar Deutschstunden am Computer.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.