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Gut mitgespielt reicht wieder nicht

Carlos Medlock zeigte mit 14 Punkten und sechs Assists ein ordentliches Spiel. Foto (Archiv): T.A.

Basketball-Bundesliga: Die Löwen verlieren mit 65:77 in Ulm.

Von Christoph Matthies, 27.11.16.

Braunschweig. Bei ratiopharm Ulm, dem ungeschlagenen Tabellenzweiten der Basketball-Bundesliga, hielten die Löwen drei Viertel lang auf Augenhöhe mit. Dann taten die Ulmer, was Spitzenteams meistens tun – und schalteten einfach einen Gang höher, um schließlich mit 77:65 (35:33) zu gewinnen.

Löwen-Trainer Frank Menz hatte die körperliche Überlegenheit der Ulmer vor dem Spiel schon angesprochen.Tatsächlich lag es vor allem an den starken „Big Men“ der Gastgeber, etwa an Raymar Morgan und Augustine Rubit, dass es die Löwen am Ende nicht schafften, das Spiel zu gewinnen. Die Chance war da, zumal Nationalspieler Per Günther mit Magen-Darm-Problemen fehlte und dem Aufbau der Ulmer somit nicht zur Verfügung stand.

Mit einem guten ersten Viertel ließen die Löwen zunächst aufhorchen. Die Dreier fielen, in der Verteidigung passten sie gut auf den Korb auf, und nach zehn Minuten stand es 21:17 für die Gäste. Mit einem zweiten Viertel, in dem nur zwölf Punkte gelangen, rissen sie diesen ordentlichen Start allerdings wieder ein.

Dass es nicht reichte für die Löwen, hatte auch mit der Foulbelastung von Geoffrey Groselle zu tun, der gut begann, obwohl er es mit Center-Kante Tim Ohlbrecht zu tun bekam. Groselle hatte allerdings auch schnell mit Foul-Trouble zu kämpfen und spielte so schließlich nur knapp 16 Minuten. Aufhorchen ließen auch die nicht einmal acht Minuten für Nico Simon: Der Shooting Guard der Löwen hatte bisher die gesamte Saison über enttäuscht, selbst offene Dreier nur selten verwandelt. Allmählich scheint Simon auch das Vertrauen von Frank Menz zu verlieren, in Ulm blieb er gänzlich ohne Punkte.

Entscheidend dafür, dass die Ulmer bereits zur Halbzeit führten und zu Beginn des Schlussviertels endgültig das Spiel an sich rissen, war der Unterschied der Teams in den Rebounds (43:31) und den Ballverlusten (10:18). Die Löwen bestätigten damit zwei ihrer Problemfelder, die sich durch die ganze Saison ziehen. Auch zeugten die zwölf Assists der Löwen, ihr Saison-Durchschnitt, mit dem sie weit abgeschlagen am Liga-Ende liegen, erneut von mangelndem Zusammenspiel und zu wenig Bewegung. Wie, wenn nicht mit Teamwork und hundertprozentigem Einsatz, will man mit einem qualitativ eigentlich zu schwachen Kader den Klassenerhalt schaffen?

Immerhin: Defensiv gelang die Zusammenarbeit ganz gut, nur 77 Punkte von einem Ulmer Team zu kassieren, das durchschnittlich mit fast 93 die meisten der Liga auflegt, ist eine gute Leistung. 65 Punkte in der Offensive sind dann meist aber doch zu wenig, um Spieler in der BBL zu gewinnen.

Für die Löwen punkteten: Medlock 14 (6 Assists), Pierre 13 (7 Rebounds), Klepeisz 10, Guyton 6, Freese 6, Groselle 6, Theis 5, Schwartz 5, Ebert, Simon.
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