Anzeige

Grant hatte keine Lust zu verlieren

Als Keaton Grant (25 Punkte) im Schlussabschnitt heißlief, war er auch von Ex-Löwe Dominique Johnson (rechts) nicht zu stoppen. Foto: Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Mehr als 3000 Zuschauer sehen den 90:83-Heimsieg der Löwen.

Von Christoph Matthies, 06.12.2015.

Braunschweig. Gegen den Tabellenletzten der Basketball-Bundesliga wurde es im Schlussabschnitt noch einmal richtig spannend. Dass die Löwen am Sonntagabend gegen den Mitteldeutschen BC schließlich doch mit 90:83 (50:38) die Oberhand behielten und somit ihre Negativserie gegen den Klub aus Sachsen-Anhalt beendeten, lag nicht zuletzt daran, dass sie den besten Punktesammler der BBL in ihren Reihen haben.

Besonders mit der Verteidigung seiner Mannschaft war Raoul Korner trotz des Sieges nicht einverstanden. „Wir haben es heute versäumt, dass Spiel durch konsequentere Defense vorzeitig in unsere Richtung zu drehen“, so der Braunschweiger Trainer, der in erster Linie die mangelhafte Kommunikation und fehlende Aggressivität gegen das gegnerische Pick-and-Roll kritisierte. Vor allem MBC-Center Chris Otule, eigentlich kein herausragender Offensivspieler, konnte nach gestelltem Block mehrfach unbedrängt zum Korb abrollen – und erzielte starke 20 Zähler (9/11 aus dem Feld). „Für eine gute Defensivmannschaft, wie wir es sind, sind 83 Punkte einfach zu viel“, räumte auch Martin Bogdanov, der zehn Minuten für den verletzten Josh Gasser in die Bresche sprang, ein.

In der ersten Halbzeit hatten die Löwen – nach kurzen Startschwierigkeiten – noch wenig Probleme mit ihrem Gegner. Die starken MBC-Neuzugänge Marcus Hatten und Nicola Dragovic hatten sie gut im Griff, allen voran Aufbauspieler Derek Needham (16 Punkte zur Pause) markierte wichtige und sehenswerte Punkte. Ein Dreipunktewurf nach schnoddrigem Crossover-Dribbling und ein darauffolgender Fastbreak-Korbleger des 25-jährigen Amerikaners sorgten vor der ersten Viertelsirene für die 23:15-Führung. In den zweiten zehn Minuten war es dann Tyrone Nash, der die 3074 Zuschauer in der VW-Halle begeisterte. Mit ungewohnter Aktivität in der Offensive durchkreuzte er den defensiven Gameplan der Gäste aus Weißenfels, die mit diesem X-Faktor wohl nicht gerechnet hatten. „Wir spielen eine Defense, die nicht BBL-würdig ist“, ging auch MBC-Coach Silvano Poropat mit seinen Mannen hart ins Gericht.
Am Ende war Nash, dem zuvor in Frankfurt gerade mal zwei Pünktchen gelungen waren, mit 26 Zählern Topscorer der Partie.

Mitte des dritten Viertels begann der Vorsprung der Löwen, der zur Pause zwölf Punkte betragen hatte, langsam zu schmilzen. Dazu trug auch der Ex-Braunschweiger Dominique Johnson bei, der es zweieinhalb Minuten vor Viertelende nach einem Ballgewinn richtig scheppern ließ (60:53). Mit nur fünf Punkten vorne gingen die Löwen ins Schlussviertel.

„Keaton hat in einer Phase des Spiels beschlossen, dass wir das Spiel heute nicht verlieren“, beschrieb Raoul Korner die Leistung seines Flügelspielers Keaton Grant, der im Schlussviertel die offensive Verantwortung übernahm, 17 seiner 25 Punkte erzielte und den Löwen „heute den Allerwertesten gerettet hat“, wie Korner sich ausdrückte. Der agile Amerikaner fand immer eine Antwort auf die vorbildlich kämpfenden „Wölfe“, die rund eine Minute vor Schluss durch einen Dreier von Frantz Massenat bis auf 80:83 an die Gastgeber herankamen. Mit einem bejubelten Slam Dunk einen Wimpernschlag vor der Schlusssirene krönte der nun beste Scorer der BBL (18,3 Punkte) seine Leistung.
So konnte am Ende, trotz einigen Löchern in der Verteidigung, der achte Platz in der BBL-Tabelle verteidigt werden.

Für die Löwen punkteten: Nash 26, Grant 25, Needham 18, Frease 14, Simon 3, Theis 2, Stevens 2.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.