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Golf-Schnupperkurs: Aufräumen mit Vorurteilen und das Entdecken völlig unbekannter Muskeln

Der Golf- und Landclub St. Lorenz liegt in einer traumhaft schönen Umgebung mit weitem Blick bis zum Harz.
 
Peter Link, Geschäftsführer der Bundeslehranstalt Burg Warberg, hatte ziemlich schnell den richtigen Schlag raus.

Jeden Sonntag lädt der Golf- und Landclub St. Lorenz zum Schnuppertraining ein. Ein großes Vergnügen – und viel schwerer als gedacht.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 25.08.2017.
 

Schöningen. 1000 Mal probiert. 1000 Mal ist nichts passiert – und dann dieser eine magische Moment: Ich halte den Schläger hoch über die rechte Schulter, der linke Arm ist gestreckt, die linke Hüfte leicht nach vorn gedreht, mein Blick fixiert den weißen Ball vor meinen Füßen. In einer einzigen fließenden Bewegung dreht sich mein Körper, der Schläger trifft exakt, der Ball fliegt in einem wunderschönen Bogen ins helle Blau. Wie gemalt. Und er landet – gefühlt – bei der 100-Meter-Marke. Ein Traum von einem Schlag.„Wow“, sagt Aaron anerkennend, „bist du wirklich zum ersten Mal auf einem Golfplatz? Kaum zu glauben, du hast Talent.“ Das geht runter wie das sprichwörtliche Öl, auch wenn mir schwant, dass der charmante Engländer das zu jedem Neuling auf dem Platz sagt. Um Mut zu machen. Denn der ist nötig. Golfspielen entpuppt sich, zumindest bei mir, nicht als Selbstläufer.

„Eine der fünf schwierigsten Sportarten überhaupt“, tröstet Aaron, der Golflehrer, der mich und meine Mit-Schnuppergruppe an diesem Sonntag auf dem Schöninger Golfplatz in Empfang nimmt.

Da wir relativ viele sind, werden wir aufgeteilt. „Erst mal geht es zum Putting-Grün“, sagt Jürgen Grau. Der Mann genießt seinen Vorruhestand im Wesentlichen auf dem Golfplatz, ist „mindestens jeden zweiten Tag“ hier und hilft beim Schnuppergolfen schon mal aus. So wie heute. „Es bewegt sich nur die Schulter, die Handgelenke bleiben steif“, geduldig zeigt er uns immer wieder die gleichen Handgriffe, die korrekte Körperhaltung. „Sie legen den Ball am besten so, dass der kleine Pfeil darauf genau auf das Loch zeigt, dann muss er nur noch reingeputtet werden.“

Tja, so einfach ist das. In der Theorie. Wir kichern und quasseln, weil wir alle etwas aufgeregt sind, werden zwischendurch aber zur Ruhe ermahnt, denn direkt neben dem Putting Green spielen „richtige“ Golfer ein „richtiges“ Turnier. Da ist Konzentration gefragt.
Dann wechseln unsere beiden Gruppen, Golftrainer Aaron holt uns ab und wir gehen zur Driving Range, dem Platz zum Üben und Warmspielen. Jeder von uns stellt sich auf eine Matte, den Schläger in der Hand. Vor unseren Füßen ist ein kleiner Gumminippel, auf den drapieren wir den Golfball. Vor jeder Matte steht ein Korb mit hundert Bällen. Trainer Aaron geht von einem zum anderen, immer wieder nimmt er unsere Hände und legt sie in einer speziellen Haltung um den Schläger, er korrigiert die Fußstellung, die Schultern, die Hüften. Alles muss stimmen. „Dann baust du Körperspannung auf, nimmst den Schläger hoch über die rechte Schulter und in einer fließenden Bewegung schlägst du den Ball.“ Hoch, weit und möglichst gerade natürlich.

Nach den ersten 20 Bällen, die entweder kläglich über den Rasen rollen oder erst gar nicht getroffen werden, beginne ich zu begreifen, wie anspruchsvoll dieser Sport wirklich ist.
Mein Körper begreift das auch. Die Hände verkrampfen, Muskeln, die ich bis dahin gar nicht kannte, beginnen zu schmerzen. Irgendwo tief in der Schulter pocht etwas. Aber da kommt schon Aaron, mit seinem sonnigen Lachen und seinem unerschöpflichen Durchhalte- und Aufmunterungsrepertoire. „Du machst das wirklich gut“, lobt er, „schön locker bleiben, nicht verspannen, dann klappt das auch.“

Und dann klappt es wirklich. Immer wieder gelingt ein Ball so, wie es sein soll: leicht, gerade, weit, schön – ein großartiges Gefühl. Wir lachen uns an mit vor Stolz geröteten Gesichtern.

Inzwischen ist auch Winfried Reimann zu uns gestoßen. Der Vorsitzende des Golfvereins musste und wollte zunächst sein Turnier zu Ende spielen. Jetzt will er uns durch „sein“ Reich führen. Oder besser: Fahren. Er kommt mit einem Elektro-Golfcard angebraust, stoppt und weist auf den Platz neben sich. Ich sitze kaum, da geht’s schon los. Reimann kommt aus dem Schwärmen gar nicht heraus, er liebt diesen Sport und er liebt diesen Platz, das ist schnell klar. Und genauso schnell wird klar: Der Unterschied zu anderen Golfclubs ist „das gewisse Etwas von St. Lorenz“, eine Symbiose aus der einzigartigen Lage des Platzes – von den Spielbahnen aus haben wir herrliche Ausblicke in die Magdeburger Börde bis hin zum Harz – und der Geschichte. Das altehrwürdige Klostergut St. Lorenz liegt in direkter Nachbarschaft, die denkmalgeschützten, aus Elmkalkstein erbauten Wirtschaftsgebäude, beherbergen heute das gemütliche Clubhaus. Dort geht es zu wie bei einem Familienfest, für den Abend wird auf der Terrasse der Grill vorbereitet. Das Bier steht kalt.

„Vor fünfzehn Jahren hatte mich meine Frau im Urlaub zu einem Golfkurs angemeldet“, erzählt Reimann, „bis dahin dachte ich: Das ist nichts für mich. Seitdem kann ich mir ein Leben ohne Golf nicht mehr vorstellen.“ Reimann besitzt ein Autohaus in Helmstedt, sein Alltag ist mitunter anstrengend. „Aber hier kommst Du runter“, sagt er, „häufig spiele ich auch nur neun Löcher statt der üblichen 18, einfach weil die Zeit nicht reicht. Aber so eine Runde Golfen zum Feierabend wirkt Wunder.“
Wer es ausprobieren möchte: Schnuppergolf wird jeden Sonntag ab 14 Uhr auf der Driving-Range kostenlos angeboten. Mehr Informationen gibt es unter http://stlorenz-golf.de/
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