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Genickschuss von Veikalas vermiest das Löwen-Comeback

Löwen-Topscorer mit 14 Zählern: Kyle Visser. Foto: Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Braunschweig verliert trotz starker Aufholjagd mit 72:75 (38:53) gegen Bonn.

Von Christoph Matthies, 02.04.2015.

Braunschweig. Beinahe apathisch nahm Raoul Korner nach Spielende am Donnerstag die Glückwünsche zu seinem 41. Geburtstag entgegen. Zu tief saß die Enttäuschung nach der schmerzlichen 72:75-Niederlage seiner Basketball-Löwen gegen Bonn – ein Spiel, in dem die Braunschweiger wegen ihrer starken zweiten Halbzeit eigentlich die verdienten Sieger gewesen wären.

In der ersten Halbzeit sahen die 2629 Zuschauer noch eine seltsam blutleere und glücklose Braunschweiger Mannschaft. „Was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, ist unter jeder Kritik. Wir haben den Bonnern im Eins-gegen-eins den roten Teppich ausgerollt“, sagte Korner über die schwache Defense seiner Mannen, die immer wieder den einfachen Weg zum Korb zuließen und bisweilen aussahen wie Slalom-Stangen. Bereits nach zehn Minuten stand es 18:29, wenige Minuten später war die Führung der selbstbewusst auftretenden Bonner gar auf 18 Punkte angewachsen. Und beim Halbzeitstand von 38:53 schien es nicht so, als hätten die Löwen an diesem Abend eine realistische Chance auf den Sieg.

Die Halbzeitansprache von Raoul Korner schien jedoch Wirkung zu zeigen. Wie enttäuscht er vom Debakel der ersten Halbzeit war, ließ er in der Pressekonferenz durchblicken. „Wir haben den Ball überhaupt nicht bewegt und ihn uns auf die Füße gedribbelt. Wir sahen aus wie eine Schülermannschaft“, fiel die Kritik des Trainers vernichtend aus. Nach der Pause aber fanden die Löwen über eine bockstarke Verteidigung allmählich auch zu ihrem Offensivspiel. Viereinhalb Minuten waren im dritten Viertel noch zu spielen, als Tim Abromaitis nach einem Steal per Korbleger auf 56:58 verkürzte. Zur Führung wollte es in dieser Phase aber einfach nicht reichen – und auch im weiteren Verlauf des Spiels gewannen die Braunschweiger nicht mehr die Oberhand.

Doch die Partie blieb eng, die Löwen, nun angetrieben vom immer lauter werdenden Publikum, blieben dran. Und glichen gut zwei Minuten vor Spielende endlich zum 72:72 aus. „Wir konnten diesen letzten Dolchstoß nicht setzen“, beschrieb Korner diese Phase, als seine Mannschaft manche gute Chance zur Führung vergab. Bis Zehntelsekunden vor der Schlusssirene hatten die Bonner in der zweiten Halbzeit gerade einmal 19 Punkte erzielt – ein Beleg für die starke Löwen-Defense. Dann aber schlug die Stunde des Litauers Benas Veikalas in den Reihen der Magentafarbenen. Beim Stand von 72:72 und nur noch 4,5 Sekunden auf der Spieluhr brachten die Bonner den Ball ins Spiel, fanden Ryan Brooks, der gegen Trent Lockett aufpostete, bevor er Veikalas an der Dreierlinie fand, der mit der Schlusssirene eiskalt abdrückte und das Netz fand.

Die Schiedsrichter überprüften den Wurf im Instant Replay, gaben den regelkonformen Korb zum 72:75 – und ruinierten damit die Geburtagsfeier von Raoul Korner, dessen Löwen weiterhin auf Tabellenplatz elf stehen.

Für die Löwen punkteten: Visser 14, Allen 13, Abromaitis 12, McElroy 11, Lockett 10, Joyce 6, Simon 4, Adler 2.
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