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Fußballnarr aus Finnland findet die Eintracht-Tradition toll

Kim Joorivoonen aus Helsinki hat acht Monate in der Löwenstadt studiert – „Es ist hier sehr laut“.

. Von Henning Thobaben, 04.07.10

Braunschweig. Acht Monate Braunschweig gehen zu Ende. Der finnische Austauschstudent Kim Suurivuori verlässt die Stadt mit etwas Wehmut – und zahlreichen Fanartikeln von Eintracht Braunschweig.

Fan-Schal, Wimpel, Eintracht-Buch – all das hat Kim Suurivuori in seinem Koffer verstaut, wenn er zurück in seine Heimat Helsinki fliegt. „Fußball hat heute so viel mit Geld zu tun“, sagt er. „Hier hat man das Gefühl, dass es viel um Tradition geht.“
Der 25-Jährige ist Fußball-Experte. Als er vor vier Jahren in Serbien war, wusste er von einem serbischen Fußballspieler aus den 80er Jahren. Prompt wurde er zum Essen eingeladen. „Fußball bringt die Leute zusammen“, meint Suurivuori. „Im Internet gucke ich mir Internetseiten ausländischer Vereine an, um die Sprache zu lernen.“
Denn der Sozialarbeit-Student ist nicht nur sportbegeistert. Ihn faszinieren andere Kulturen. Vor allem die osteuropäische. Auch in seiner Zeit in Braunschweig reiste er nach Prag und Polen und besichtigte außerdem einige Städte in Ostdeutschland. „Ich habe schon mit sieben Jahren meinen ersten Atlas bekommen“, sagt Suurivuori.
Warum der Aufenthalt in Braunschweig? „Es liegt geographisch günstig. Und man spricht hier hochdeutsch“, begründet Suurivuori seine Wahl. Außerdem sei die Stadt weder zu groß noch zu klein.
Großstadt-Trubel – das ist nichts für ihn. Schon in Braunschweig fiel ihm auf: „Es ist hier sehr laut, zum Beispiel in Restaurants. Und wenn hier eine Kindergartengruppe in die Straßenbahn einsteigt, dann ist es lauter als im Zoo“, hat er festgestellt.
In Finnland sei man ruhiger, in sich gekehrter, verschlossener. „Deutsche sind da offener“, findet der Gast aus Helsinki. Man grüße sogar Menschen, die man nicht kenne.
Und außerdem sei man so verdammt höflich: Dauernd „bitte“ und „danke“ sagen – da halte man sich in Finnland kürzer. Während seines Praktikums bei der Migrationsberatung der Arbeiterwohlfahrt musste sich Suurivuori das erst angewöhnen.
Was ihn faszinierte: die vielen ausländischen Sprachen. Für ihn ein Grund, warum das hochgelobte finnische Bildungssystem hier nicht funktioniert.
Die Sauna, der ruhige Lebensstil, das finnische Roggenbrot – all das hat Kim Suurivuori vermisst. Er freut sich auf seine Heimat. Aber irgendwann möchte er Braunschweig erneut besuchen. Und eines wird er dann sicher nicht vergessen: seine Eintracht-Fanartikel.
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