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Fußball „aushilfsweise“

Marjan Petkovic: IT-Administrator mit Händchen fürs Basketballspielen.

Von Elmar von Cramon, 21.10.2009.

Braunschweig. Mit Marjan Petkovic steht in dieser Spielzeit ein Torhüter zwischen den Pfosten, dessen Karriereweg reichlich ungewöhnlich für einen Profifußballer verlief.

Erst mit 16 Jahren begann der heute 30-Jährige seine Laufbahn im heimatlichen Güglingen: „Eigentlich nur aushilfsweise“, berichtet Petkovic. Vorher hatte der sportbegeisterte Serbe mit Basketball eine andere Sportart ausgeübt und entschied sich nach zweijähriger „Doppelbelastung“ schließlich für Fußball, obwohl im Basketball ein Engagement beim Zweitligisten Neckarsulm gewunken hätte: „Fußball hat mir mehr Spaß gemacht, durch Basketball hatte ich mir in puncto Koordination, Timing und Sprungkraft natürlich gute Voraussetzungen geschaffen“, so Petkovic.
Schnell ging es in seiner neuen Passion nach oben, bereits mit 21 Jahren stand er 2000 beim Oberligisten VfR Heilbronn im Tor, zwei Jahre später sogar beim damaligen Drittligisten TSG Hoffenheim: „Auch wenn ich dort nicht so oft zum Einsatz kam war es eine lehrreiche Zeit“, blickt er zurück.
Der entscheidende Schritt in seiner Karriere war jedoch sein Wechsel zum SV Sandhausen, mit dem er 2007 in die dritte Liga aufstieg und ein Jahr später sogar ans Tor der 2. Liga klopfte. Dieser Traum erfüllte sich für den Roter Stern Belgrad-Fan jedoch auf Umwegen, als ihn der FSV Frankfurt als zweiten Torhüter verpflichtete: „Leider habe ich nicht so oft gespielt“, resümiert er, bedauert aber auch diesen Schritt nicht: „Das ist für mich eher Motivation, noch mehr Gas zu geben.“
Dies bestätigt Petkovic in dieser Spielzeit mit konstanten Leistungen im Eintracht-Tor. In Burghausen verteidigte er gar den 2:0-Sieg seiner Mannschaft, obwohl die Geburt seiner zweiten Tochter Sinea unmittelbar bevorstand: „Das war schon etwas verrückt, meine Frau Valeska hat aber versprochen, mit der Geburt auf mich zu warten“, schmunzelt Petkovic. Warten muss momentan auch sein Beruf als IT-Administrator bei einer großen Softwarefirma in Süddeutschland. Der Eintracht-Keeper ließ sich freistellen, nachdem er beruflich jahrelang zweigleisig gefahren war: „Ich habe dort mehrere Projekte im Bereich von Software-Lizenzierung geleitet, doch irgendwann wurde die Belastung zu groß, so dass ich mich vorerst beurlauben lassen habe.“
An eine Rückkehr in seinen alten Beruf denkt Petkovic momentan nicht, und hat mit Eintracht vor allem das Ziel weiter nach vorne zu kommen: „Wir hätten weiter oben stehen können, allerdings ist noch nichts verloren. Vielleicht können wir mit einem Sieg gegen Stuttgart eine Serie starten.“
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