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Football-Liga soll wachsen

Braunschweig Lions feiern Sommerfest – AFVD will Liga aufstocken.

Von Daniel Beutler, 08.08.2010.


Braunschweig. Gestern feierten die Bundesliga-Footballer der Braunschweig Lions mit ihren Fans das Sommerfest. Ein Gesprächsthema war dabei auch die von dem American Football Verband Deutschland (AFVD) geplante Reform der Liga.

Nach dem Finale der Football-Europameisterschaft vor einer Woche stellte der AFVD seine Pläne für eine schrittweise Aufstockung der Bundesliga von zwölf auf 16 Mannschaften vor. Schon in der nächsten Saison kommt zunächst je ein Team neu in die Nord- und Südgruppe der German Football League. Im Jahr 2013 sollen dann acht Mannschaften pro Gruppe spielen, dafür die Interconference-Spiele, also die Partien zwischen Mannschaften aus dem Norden und Süden, wegfallen.
Die folgliche Mehrbelastung bei einer größeren Gruppe ist für Lions-Cheftrainer Matthias Engisch einer der größten Kritikpunkte. „Man muss bedenken, dass hier Amateure einen sehr intensiven Sport betreiben. Wenn alles zusammenkommt, mit Eurobowl und Nationalmannschafts-Einsätzen, sind das bis zu 25 Spiele pro Saison. Ganz zu schweigen von der Zeit, die dann für die Familie fehlt“, hadert Engisch mit der Entscheidung. „Das sind mehr Spiele als die Profis in Amerika pro Saison bestreiten“, stellt Quarterback Marcus Rodemann fest, „und wir müssen nebenbei noch arbeiten.“ Gänzlich abgeneigt sind Rodemann und sein Positions-Kollege Fabian Schorn aber nicht, mehr Spiele in der Saison zu bestreiten.
Auch von wirtschaftlicher Seite gebe es nur Nachteile, erklärt Sports Emotions Geschäftsführer Mirko Schulz: „Die Belastung und das Risiko steigen dadurch erheblich an, während die Einnahmen nicht sicher sind. Gerade die Rechtfertigung, der Football in Deutschland sei quantitativ und qualitativ gewachsen, halte ich für eine Fehleinschätzung. Was die Mitgliederzahlen des Verbandes betrifft stimmt das zwar, aber sportlich nicht unbedingt. Und auf dieser Grundlage solch eine Entscheidung zu treffen, halte ich für gefährlich.“
Einige der vom AFVD als Vorteile genannten Punkte treffen zudem für den Standort Braunschweig nicht zu. Es wird sobald keine Derbys geben und die Mehrzahl der Auswärtsspiele egalisieren bestenfalls die einmaligen Reisekosten zu einem Südgegner.
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