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Fliegender Holländer fehlerfrei

Von Marion Korth

Braunschweig. Die Löwen Classics legten gestern die Hürden ziemlich hoch: Das Veolia Championat ließ im Springparcours nicht nur Stangen, sondern auch Favoriten fallen. Gert-Jan Bruggink aus den Niederlanden hieß am Ende der überglückliche Sieger.

Spitzenreiter wie Meredith Michaels-Beerbaum, Franke Sloothaak, Ludger Beerbaum oder Marcus Ehning hatten nicht einmal den Sprung ins Stechen geschafft. Ein Gewinner stand jedoch schon vor Abschluss der S-Springprüfung fest: Das Organisationsteam des bedeutendsten Reitturniers in der Region. An die 23 000 Zuschauer werden bis Turnierende am heutigen Sonntag auf den Rängen mit Pferden und Reitern mitgefiebert haben. Der Donnerstag mit 4000 Besuchern war schon ein Rekord, für Freitag, Sonnabend und Sonntag hieß es schlicht: „Ausverkauft.“
Als siebter Starter des Stechens legte Gert-Jan Bruggink mit seinem Pferd Primeval Wings den schnellsten fehlerfreien Ritt in 34,35 Sekunden hin. Diese Zeit konnte keines der folgenden Paare unterbieten.
Vierzehn Reiter waren im ersten Umlauf ohne Fehler geblieben und hatten den 260 Meter langen Stechparcours erreicht, der in nur 45 Sekunden bewältigt werden musste. Als erster ging der Deutsche Christoph Brüse in Führung, der als einer von insgesamt fünf Reitern ohne Abwurf blieb. Der 19-Jährige war am Ende nur sechs Zehntel langsamer als der Sieger und freute sich total über den überraschenden dritten Rang. Denn Brüse musste noch Jessica Kürten den Vortritt lassen. Die Irin sorgte als letzte Starterin noch einmal für Spannung, konnte aber den Niederländer Bruggink auch nicht mehr von Platz eins verdrängen.
Bereits beim Abgehen des Normalparcours hatten Albert Zoer und Ludger Beerbaum auf die Schwierigkeiten in diesem S-Springen hingewiesen. „Besonders die Distanz von Sprung drei auf vier ist nicht so einfach“, hatte der Niederländer Zoer schon im Vorfeld erkannt. Mit dieser Einschätzung lag der erfahrene Springreiter auch goldrichtig. Denn Profis wie Leopold van Asten, Lars Nieberg, Hugo Simon oder Meredith Michaels-Beerbaum scheiterten an Hindernis Nummer vier. Manche Siegeshoffnung ging also schon am Wassergraben baden.
Ludger Beerbaum hatte den Parcours zwar als fair bezeichnet, aber auch auf verschiedene Klippen hingewiesen. Er hatte besonders den Oxer nach der dreifachen Kombination im Visier, an dem dann auch wirklich Reiter wie Thomas Voß, Mylene Diederichsmeier oder Jörg Kreutzmann ihre Fehler machten und die Stangen abräumten.
Im Stechen bewies Gert-Jan Bruggink das richtige Augenmaß bei den Sprüngen sowie das richtige Timing. „Ich fand den Parcours schwer genug, aber mein Pferd Primeval Wings hat seine Aufgabe gut gelöst“, freute sich der Niederländer auch über die 7499 Euro Preisgeld. Am heutigen Sonntag geht es für ihn um noch mehr. Er ist einer von insgesamt 40 Startern, die im Finale der Großen Tour um den Großen Preis von Volkswagen kämpfen. Karten sind dafür übrigens nicht mehr erhältlich. Bereits am gestrigen Sonnabend blühte deshalb ein schwunghafter „Schwarzhandel“ vor der VW-Halle.
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