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Fanhaus fertig: „Gut Ding will Weile haben“

Begrüßten das neue Fanhaus (v.l.): Klaus-Peter Bachmann, Rainer Ottinger, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Karsten König und Gunter Kröger. Foto: Thomas Ammerpohl

Fanprojekt kann neue Räume beziehen – Feier mit den Fans für den 12. Dezember geplant.

Von Jonas Draeger, 13.11.2014.

Braunschweig. Nach einer langen Bauphase ist das Fanhaus am Eintracht-Stadion an das Fanprojekt übergeben worden. Vor 60 geladenen Gästen gab es warme Worte, aber auch ein paar kritische Töne.

Oberbürgermeister Ulrich Markurth brachte es zu Beginn auf den Punkt. „Es war eine schwere Geburt aber gut Ding will Weile haben“, sagte er und bezog sich damit unter anderem auf die lange Bauphase. Am 09. Juli 2010 startete das Projekt „Fanhaus“ mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04. Architekt und Eintracht-Aufsichtsratsmitglied Rainer Ottinger plante eine Konstruktion aus sechs Überseecontainern auf insgesamt 300 Quadratmeter Fläche. Für den Standort am Eingang der Südkurve mussten zwei Tennisplätze weichen. Ottinger sprach daher einen besonderen Dank an die Tennisabteilung aus, die durch den Verzicht auf die Plätze den Standort am Stadion erst möglich gemacht hatte.

Mehr als 10 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit reichten allerdings nicht aus, um das Projekt ohne finanzielle Hilfen aufzuziehen. Viele Firmen der Region halfen aus, Sponsoren gaben Gelder und auch Eintracht beteiligte sich finanziell. Der Fanhaus Eintracht Braunschweig UG gehört somit das Gebäude, das Fanprojekt ist Mieter.

Klaus-Peter Bachmann, Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages und Kreisvorsitzender der Awo, die Träger des Fanprojektes ist, hatte auch einige mahnende Worte mitgebracht. Zunächst machte er sich für die vom Fanprojekt herausgegebene Fanzeitung „Der Rote Löwe“ stark und stellte klar, dass er Zensur nicht dulden werde.

Ein kritischer Bericht zur Polizei in einer vergangenen Ausgabe hatte für politischen Wirbel gesorgt. Er mahnte aber auch die Stadt an, sich nicht darauf auszuruhen, mit der Fertigstellung des Fanhauses die Pflicht erfüllt zu haben.
Die schlechte finanzielle Ausstattung der Fanprojekte mache es nötig, nach der Pflicht die Kür folgen zu lassen. Kein anderes Fanprojekt in Norddeutschland sei derart schlecht finanziert wie das in Braunschweig. Mit den Betriebskosten komme nun ein neuer finanzieller Aufwand hinzu.

Karsten König, Leiter des Fanprojektes, blickte auf die bisherige Arbeit zurück. Vor allem der Spagat zwischen Öffentlichkeit und Fans mache die Aufgabe oft nicht leicht. Nicht immer werde ein realistisches Bild über die Eintrachtfans in den Medien vermittelt. Umso schwerer sei es sich in der Fanszene das nötige Vertrauen zu holen, das man für diesen Beruf brauche. „Ich kann hier mein Hobby zum Beruf machen und bin froh das wir endlich soweit sind“, resümierte er fast zufrieden.

Das Fanhaus soll an Spieltagen und auch unter der Woche Anlaufpunkt für die Braunschweiger Fans werden. Im Obergeschoss befinden sich die Büros, Lagerräume und ein großer Besprechungsraum, im Erdgeschoss gibt es einen Veranstaltungssaal für Lesungen, Vorträge oder Fanfeiern.
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