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Fanboykott: Schwaches Spiel trübt die Stimmung

Etwa 500 Fans sehen auf dem Schützenplatz Eintrachts Partie in Leipzig.

Von Jonas Dräger, 13.09.2014.

Braunschweig. Ob in Leipzig oder Braunschweig. Die Enttäuschung über Eintrachts Niederlage war der blau-gelben Fangemeinde anzusehen. Veranstalter und Fanrat zogen hingegen eine positive Bilanz des Public Viewing auf dem Schützenplatz.

Bereits zwei Stunden vor Spielbeginn bildeten sich lange Schlangen am Einlassbereich. Von ganz jungen Eintracht-Fans bis hin zu denen, die die Meisterschaft noch miterlebt haben, war alles vertreten. Kurz vor Anpfiff hatten sich etwas mehr als 500 Fans auf dem eingezäunten Areal eingefunden. Die Zahl lag damit unter den ursprünglichen Erwartungen, was wohl auch am leichten Nieselregen und den bisher mäßigen Leistungen der Braunschweiger Mannschaft gelegen haben könnte.
Wer Fangesänge und Anfeuerungsrufe erwartet hatte, sah sich getäuscht. Ruhig und friedlich wurde das Spielgeschehen beobachtet – der frühe Rückstand ließ auch wenig Spielraum für Begeisterungsbekundungen. Lediglich zu Beginn der zweiten Halbzeit keimte nach dem Anschlusstreffer von Harvard Nielsen kurzfristig Hoffnung auf und ein paar laute „Eintracht, Eintracht“-Schlachtrufe hallten über den Platz.
„Das Ergebnis ist natürlich großer Mist, insgesamt fand ich die Veranstaltung aber o. k. und bin mit dem Ablauf zufrieden“, resümierte Veranstalter Sebastian Baruschke, Betreiber der Sportsbar „Südkurve“ in der Soccafive-Fußballhalle.
Der Protest der Braunschweiger Fans gegen den Brausehersteller Red Bull und seinen Verein „RasenBallsport“ Leipzig erreichte indes sein Ziel und fand bundesweit Gehör und Anerkennung. Sky-Kommentator Karsten Petrzika begrüßte zu Beginn des Spiels auch alle Fans auf dem Schützenplatz. Zudem hatte der Bezahlsender ein Kamerateam nach Braunschweig geschickt, dass vor und während des Spiels Fans und Verantwortliche interviewte. Dabei betonte Fanpressesprecher Robin Koppelmann deutlich, dass es zwischen einem Trikotsponsor mit regionaler Identifikation wie Jägermeister und einem internationalen Investor wie Red Bull eben doch noch gravierende Unterschiede gebe.
Die Eintracht-Variante, das Spiel zu besuchen oder eben gemeinsam zu boykottieren, wurde auch bei anderen Fanszenen positiv aufgenommen. So haben Karlsruher und Bochumer Fangruppen angekündigt, ihre Partie in Leipzig zu boykottieren und ein Alternativprogramm zu veranstalten. Einzig RB Leipzig zeigt sich aktuell davon unbeeindruckt.
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