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„Es knistert bei diesem Spiel“

Will den Derbysieg: Eintrachts Nik Omladic. Foto: Hübner

2. Fußball-Bundesliga: Eintracht empfängt Hannover 96 – Nyman, Biada und Ofosu-Ayeh sind fit.

Von Elmar von Cramon, 04.11.2016.

Braunschweig. Es ist soweit! Morgen steigt das Fußball-Niedersachsenderby zwischen Eintracht und Hannover 96. Ab 13.30 Uhr stehen sich die beiden Erzrivalen im restlos ausverkauften Eintracht-Stadion gegenüber, um die für beide Fanlager wohl wichtigste Begegnung des Jahres für sich zu entscheiden. Letztmals gelang das den Roten zu Drittligazeiten mit einem 1:0 am 7. Mai 1998. Seitdem behielt Eintracht 2003 und 2014 die Nase vorn.

„Es knistert bei uns, genauso wie es in der Region knistert, wenn dieses Spiel stattfindet“, bringt Torsten Lieberknecht die Stimmungslage zwischen Harz und Heide auf den Punkt. Das mit Spannung erwartete Derby sorgt im Vorfeld nicht nur medial für ein deutlich gesteigertes Interesse. Den perfekten Rahmen für diese Begegnung stellt sich der Eintracht-Coach neben einem friedlichen Gesamtablauf vor allem mit einem „Hexenkessel“ Eintracht-Stadion vor: „Ich freue mich wahnsinnig darauf, wenn wir Sonntag in den Bus steigen, zum Stadion fahren und sehen wie die Massen hierher strömen. Das entwickelt so eine Dynamik, die uns schon oft geholfen hat.“
Diese Art von Stimmung hatte der 43-Jährige am vergangenen Freitag beim 2:3 in Dresden als ausschlaggebend für die Niederlage erachtet und nimmt sein Team in die Verantwortung: „Wir machen uns den Druck, diese Niederlage wettmachen zu wollen.“
Druck hat aber vor allem der Kontrahent aus der Leinestadt: Mit dem zweithöchsten Etat der zweiten Liga wird nach der katastrophalen Bundesligasaison der direkte Wiederaufstieg angepeilt, aktuell weisen die Rothosen aber fünf Zähler Rückstand auf die Blau-Gelben auf. Trotzdem findet Lieberknecht lobende Worte für den Umbruch, den sein Gegenüber Daniel Stendel bereits in der Endphase der Abstiegssaison einleitete: „Der Gegner ist stark und hat Spieler, die auch in die 1. Liga hätten wechseln können.“ Trotz aller Qualität setzt er darauf, den Hannoveranern Paroli bieten zu können: „Wir haben Dinge erarbeitet, die uns nicht chancenlos in die Partie gehen lassen.“
Dabei lag der Fokus in der abgelaufenen Trainingswoche vor allem darauf, Normalität zu bewahren, auch wenn das angesprochene „Knistern“ langsam mehr wurde: „Die Spieler merken, wie es sich von Tag zu Tag steigert, mir war es deshalb wichtig, die Trainingsinhalte einfach zu halten. Es ist ein wichtiges Spiel, leider gibt es dafür aber auch nur drei Punkte.“
Die Historie spielt für Lieberknecht eine große Rolle. Er selbst erlebte beim 2:0-Erfolg im DFB-Pokal 2003 wohl den sensationellsten Sieg der Derbygeschichte des Drittligisten Eintracht über den damaligen Bundesligisten Hannover und half als rechter Außenverteidiger mit, den 2:0-Erfolg durch Tore von Jacob Thomas und Jürgen Rische zu sichern: „Ich habe so viel damit zu tun gehabt meinen Gegenspieler Mo Idrissou in Schach zu halten, dass ich mich nicht mehr an so viel erinnere. Allerdings ärgert mich die Kicker-Note von damals noch heute. Ich bekam eine vier obwohl es definitiv eine drei war“, scherzt Lieberknecht.
Sein Trainerkollege Daniel Stendel erlebte als Angreifer mit den Roten eine Blamage: „Sie haben viel wiedergutzumachen und werden das auch in ihre Sitzungen mit einfließen lassen, um die Niederlagenserie zu durchbrechen“, weiß Lieberknecht. Während bei den Hannoveranern mit Edgar Prob nur noch ein Spieler im Kader steht, der beim letzten Derbysieg der Löwen auf dem Platz stand, stehen mit Marcel Correia, Ken Reichel, Mirko Boland, Domi Kumbela und Jan Hochscheidt gleich fünf Akteure im blau-gelben Kader, die beim 3:0 im Frühjahr 2014 auf dem Platz standen. Letzterer droht jedoch wegen Rückenbeschwerden auszufallen, auch Suleiman Abdullahi (Reha) wird noch nicht zur Verfügung stehen. Wieder einsatzfähig sind unterdessen Christoffer Nyman, Julius Biada und Phil Ofosu-Ayeh, sodass Lieberknecht für das große Spiel zahlreiche personelle Alternativen zur Verfügung stehen.
So könnten sie spielen: Fejzic – Reichel, Valsvik, Decarli, Correia – Boland (Khelifi), Schönfeld, Moll, Omladic – Hernandez (Nyman), Kumbela.
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