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„Es gibt bei mir nur 100 Prozent“

Football: Ex-Spieler Matthias Engisch ist der erste Deutsche Lions-Headcoach seit 1993.

Von Daniel Beutler, 21.10.2009.

Braunschweig. Mit Matthias Engisch übernimmt erstmals seit dem Aufstieg in die Bundesliga 1993 ein deutscher Cheftrainer die Verantwortung bei den Braunschweig Lions. Ein Versuch, der sehr gute Chancen hat, zu gelingen.

Im Jahr 1998 kam der aus Mannheim stammende Engisch zu den Braunschweig Lions. Bis 2004 spielte er als Offensive Lineman für die Löwenstädter und trainierte zudem seit 2003 die Angriffslinie der „Löwen“. Sein Credo dabei als Spieler und Trainer: Immer 100 Prozent geben! „70 oder 80 Prozent gibt es bei mir nicht. Und das fordere ich auch jetzt als Trainer von den Spielern. Jeder, der sich für dieses Hobby entscheidet, muss alles geben. Leute, die nur Mitlaufen wollen, sich ein Lions-Shirt anziehen und denken, schön auszusehen reicht, treffen bei mir auf extremen Widerstand. Um es freundlich auszudrücken“, sagt Engisch.
Dass er es ernst damit meint, zeigt sein Rückzug aus dem Trainerteam im April diesen Jahres. Im Oktober vergangenen Jahres war er mit seinem Motorrad in einen Verkehrsunfall verwickelt, unverschuldet. Dabei zog sich Engisch ein Oberschenkeltrümmerbruch zu und das Kreuzband riss. Trotzdem stand er bis April an der Seitenlinie, musste aber schweren Herzens merken, dass er eben keine 100 Prozent leisten konnte.
Nun, wieder genesen, findet sich der große, kräftige und sehr sympathische Engisch auf dem Posten des Cheftrainers wieder. Und genießt dabei das Vertrauen und den Respekt der Spieler. Das zeigt sich daran, dass nach der verkorksten Saison 2008 kein Spieler laut über ein Karriereende oder Wechsel nachgedacht hat.
Daran Anteil haben gewiss auch die sieben Assistenztrainer von Engisch, allesamt ehemalige Spieler der Lions, und der Glaube an die eigene Stärke. „Das Ziel ist natürlich, deutscher Meister zu werden. Auf dem Weg dahin wollen wir den Fans abwechslungsreichen Football bieten“, verspricht der Headcoach.
Und der Trainerstab hat noch ein anderes Ziel: Mehr Spieler aus Braunschweig sollen wieder im Kader stehen. Aber auch an amerikanischen Spielern führt kein Weg vorbei. „Einen Wide Receiver und einen Linebacker werden wir wohl mindestens brauchen“, sagt Engisch, den akut noch Probleme bei der Systemfindung plagen. „Ich weiß zwar, wie ich spielen will, aber ich muss mich nach den Spielern richten, die ich habe. Das stimmt leider nicht ganz überein“, erklärt Engisch. Aber in einer Sache ist er sich sicher: „Angriff ist die beste Verteidigung.“
Die Lions-Verteidigung war in der Saison 2008 die viertbeste der ganzen Liga. Verantwortlich dafür: Defense Coordinator Dogan Özdincer. „Ich hätte Dogan gerne wieder dabei gehabt, aber er hat gesagt: ‚Ihr habt hier so viele gute Leute, die den Job machen können, da braucht ihr keinen Externen, den man bezahlen muss‘“, sagt Engisch. Nun kümmert sich Bastian Kypke um die Abwehr des siebenmaligen Meisters.
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