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Ermittlung zum Spiel

Anzeige eines Besuchers – Polizei bittet Zeugen um Mithilfe bei der Aufklärung.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 27.09.2014.

Braunschweig. „Ja, es liegt eine Anzeige gegen einen Polizisten vor“, bestätigt Polizeisprecher Joachim Grande auf Anfrage. Beim Regionalliga-Derby zwischen Eintracht II und Hannover 96 II hatte es am Dienstag Krawalle gegeben, in diesem Zusammenhang habe ein Beamter auch die Waffe gezogen, sagte Grande. Ein junger Mann habe daraufhin Anzeige erstattet, er fühlte sich bedroht.

„Jetzt wird ermittelt“, erklärt Grande. Die Polizei sucht Zeugen. „Es würde uns sehr helfen, wenn Menschen anrufen würden, die den Vorfall gesehen haben. Das hilft, den Sachverhalt zu klären.“ Zeugen melden sich bitte unter der Nummer 0531/4 76 25 16.
Die Situation, die schließlich auch zum Ziehen der Waffe geführt habe, begann am Dienstag gegen 17 Uhr. „Ein Pulk schwarz gekleideter Menschen drang von der Rheingoldstraße in das Stadion ein“, sagt Grande. Sie seien nicht durch die Kasseneingänge gekommen, sondern durch ein Tor daneben.
Um 16.30 Uhr war am Dienstag (23. September) das Spiel angepfiffen worden (wir berichteten), gegen 17 Uhr drang eine Gruppe von rund 70 Randalierern durch das Tor am Eingang Rheingoldstraße in das Stadion.
„Wie und wann das Tor geöffnet wurde, ist noch nicht klar“, erklärt Grande. Auf den Überwachungsvideos sei das nicht genau zu sehen. Genau zu sehen aber sei, dass ungefähr 30 Stadionbesucher aus dem Block 9 nach unten liefen und sich mit den eindringenden Menschen zusammentaten. Gemeinsam seien sie dann auf die Tribüne gelaufen und durch die Sitzreihen in Richtung Nordkurve. „Ganz offensichtlich wollten sie zu den Fans aus Hannover“, sagt Grande. In Block 14 habe die Polizei die Meute stoppen können, erklärt Grande. Die Randalierer hätten umgedreht und seien zurückgelaufen. Aus der Menge heraus seien die Beamten mit gefährlichen Böllern beworfen worden. Ein Polizist habe einen der jungen Männer als Haupttäter bei den Böllerwürfen ausgemacht und ihn angesprochen. „Sofort kamen rund 20 andere Männer auf den Beamten zu“, sagt Grande. Die Situation sei bedrohlich gewesen, deshalb habe der Polizist zur Abschreckung seine Waffe gezogen. „Das ist die Darstellung unseres Kollegen, zu Überprüfung der Sachlage bitten wir um Zeugenaussagen“, fügt Grand an.
Auch sei dieser Vorfall mit ein Grund gewesen, nach Spielende die Braunschweiger Fans zunächst aus ihrem Block 9 nicht gleich rauszulassen. „Wir hatten zwischenzeitlich beobachtet, dass sich schon wieder Pulks gebildet hatten, die Beamten mussten eingreifen und sie auseinanderbringen“, sagt Grande. „Hätten wir die Braunschweiger direkt nach Spielende gehenlassen, hätten vermutlich wieder einige versucht, mit den Hannoveranern zusammenzutreffen. Und das wollten wir auf jeden Fall verhindern.“
Auch die Eintracht hat auf ihrer Homepage angekündigt, die Vorfälle gründlich klären zu wollen (wir berichteten).
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