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Erfolgsgeschichte der Turner-Elf

Vom Neuzugang zum Leistungsträger: Philipp Stucki (M.) führt die Torjägerliste an. Foto: rk

Fußball: Zur Winterpause hat das Team von Uwe Walther beste Chancen, erneut aufzusteigen.

Von Robin Koppelmann, 15.01.2014.

Braunschweig. Wenn die Oberliga-Fußballer der Freien Turner heute mit einem Testspiel gegen Goslar in die Rückrundenvorbereitung starten (18.30 Uhr, Prinzenpark), sind sie nicht mehr der unbekannte Liganeuling. Sie sind Aufstiegskandidat Nummer eins.

Mit Uwe Walther zu sprechen, ist derzeit eine sehr angenehme Angelegenheit: „Vor einem Jahr hätte ich jeden, der das prophezeit hätte, wohl für verrückt erklärt“, lacht der Fußballtrainer der Freien Turner und meint damit den Tabellenstand seines Teams.

Als Aufsteiger in die Oberliga Niedersachsen gestartet, ist die Walther-Elf zur Winterpause der gleichsam überraschende wie souveräne Spitzenreiter der Liga. „Auch wenn wir natürlich den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben haben, intern wollten wir schon zwischen den Plätzen sechs und zehn landen“, gibt der Turner-Coach zu. Dass sein Team die Liga aber derart dominieren würde, hätte auch er nicht gedacht: „Die Spieler haben einen enormen Sprung gemacht. Das war so natürlich nicht zu erwarten.“

Mit nur zwei Niederlagen in 16 Spielen steht die Elf aus dem Prinzenpark derzeit mit zwei Punkten Vorsprung vor Hansa Lüneburg, wobei für die Braunschweiger noch zwei Nachholpartien anstehen. Der Vorsprung könnte also sogar auf bis zu acht Zähler anwachsen.

Besonders erstaunlich ist die Konstanz der Mannschaft: Mag ein anfänglicher Höhenflug noch mit der Aufstiegseuphorie erklärt werden können, verlor das Team auch nach den ersten Niederlagen nicht die Linie – und das trotz großer Widrigkeiten: „Wir hatten beim ersten Pokalspiel in Bückeburg nur zwölf Spieler im Kader“, blickt Walther zurück und verschweigt dabei, dass es auch dieser Rumpfkader alles andere als einfach hatte: Ein Brand im Vereinsheim zerstörte zu Saisonbeginn nahezu alle Trainingsutensilien, bis heute müssen Trainer und Betreuer im Alltag improvisieren: „Eine richtige Kabine haben wir eigentlich nicht“, gibt Walther zu.

Und dennoch schrieb seine Mannschaft eine Erfolgsgeschichte nach der anderen: Nicht nur in der Liga dominierten die Turner, auch das Finale im Wolters-Flutlichtpokal wurde nicht zuletzt dank eines Sieges gegen den Favoriten von Eintrachts U23-Mannschaft erreicht. Und im NFV-Pokal steht am Osterwochenende ein echter Kracher ins Haus: Im Halbfinale wird der VfB Oldenburg im Prinzenparkstadion gastieren, das absolute Saisonhighlight. Denn bei einem Sieg würden die Freien Turner erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in den DFB-Pokal einziehen.

So weit will Uwe Walther aber noch nicht denken, er lobt vielmehr das Umfeld seines Teams: „Die Mannschaft spielt seit zwei Jahren zusammen, die Jungs verstehen sich prächtig und unternehmen auch privat viel zusammen“, erklärt der Trainer, dem auch die Integration der Neuzugänge gelungen ist: Philipp Stucki, der von Eintrachts Reserve zu den Turnern wechselte, führt mit 14 Toren derzeit die Torjägerliste der Liga an.

„Ohne meine Betreuer wäre dies alles aber nicht möglich“, gibt Walther weiterhin zu Protokoll, der sich selbst gar nicht so in der Rolle des „Vaters des Erfolges“ sieht: „Wir haben einfach eine gute Basis, da macht es jedes Mal aufs neue Spaß, zum Training zu kommen“.
Sollte der sportliche Aufstieg gelingen, ist der Verein bestrebt, die infrastrukturellen Bedingungen dazu zu schaffen. Ein Gespräch hierzu gibt es im Januar, Walther würde sich in jedem Fall freuen: „Wann kommt man sonst schon in die Regionalliga?“, fragt der rundum zufriedene Coach.
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