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Erfolg mit Herz und Köpfchen

Rallye-Hoffnung Marcel Becher vom BATC will auch in diesem Jahr wieder vorne mitfahren.

Von Christoph Matthies, 16.02.2011.

Braunschweig. Wer bremst, hat Angst: Für dieses Motto hat Marcel Becher nicht viel übrig. Der 21-Jährige Motorsportler aus Sierße bei Peine versuchte es zuletzt mit einer anderen Strategie – und hatte Erfolg.

Mit seinem nicht mehr ganz taufrischen, aber in Bestform getunten Golf II (190 PS), immerhin vier Jahre älter als sein Besitzer, holte Becher im vergangenen Jahr sieben Rallye-Titel, darunter den renommierten Welfenpokal in Oschersleben – als jüngster Fahrer seit dessen Bestehen 1967. „Ich bin abgeklärter und ruhiger geblieben, auch mal mit Köpfchen gefahren. Ein bisschen Taktik in bestimmten Etappen hilft manchmal“, weiß er, was ihn im Vergleich zur Vorsaison auszeichnete und ihn 2010 auf einen Schlag zur größten Rallye-Hoffnung der Region werden ließ.
Doch es ist nicht nur die gewisse Reife, die einen guten Fahrer ausmacht. Marcel Becher hat Benzin im Blut, bekam das Lenkrad geradezu in die Wiege gelegt. „In meiner Familie sind alle motorsportverrückt. Mein Vater sammelt Oldtimer, mein Opa auch, und beide sind wie ich Kfz-Meister“, gibt der junge Mann, der im vergangenen Sommer die Meisterprüfung bestand, einen Einblick in seine getriebeölgetränkten Familiengene. „Man könnte sagen, ich habe angefangen Kart zu fahren, als ich gerade Laufen gelernt hatte“, denkt der leidenschaftliche Youngtimer-Fan an seine ersten Motorsporterfahrungen zurück, die er 1996 in der Kartgruppe des MSC Groß Bülten sammelte. Mittlerweile kann Becher auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Die Anfänge auf der Kartbahn, zwei Jahre Autoslalom und weitere zwei Jahre Rundstrecke beim Dacia-Logan-Cup, der auch auf großen deutschen Rennstrecken wie dem Nürburgring oder dem Sachsenring Station macht. Im Jahr 2009 erfolgte dann der Einstieg in den Rallyesport – eher zufällig, wie Becher zugibt. Den Golf kaufte der Mechaniker vor allem wegen des Getriebes, eigentlich sollte der Rest verschrottet werden. Gemeinsam mit seinem Vater machte er sich dann doch daran, den Wagen rallyefit zu machen.
Nach zwei erfolgreichen Jahren als Rallyepilot für den Braunschweiger Auto Touren-Club (BATC) ist sich Marcel Becher sicher, dass er die richtige Disziplin gefunden hat: „Bei Rundstrecke fehlt mir ein bisschen der Kick. Dort probiert man jede Runde etwas mehr, hier und da ein bisschen sauberer zu fahren. Bei der Rallye fährt man die Strecke nur einmal, und nur mit viel Herz kann man etwas reißen.“
Jede Menge Herzblut investiert der passionierte „Schrauber“ auch in das Voranbringen seiner Rennkarriere. Gemeinsam mit seinem Beifahrer Jan Roth peilt der Sierßer nun höhere Ziele an. So sollen – nach dem Saisonstart am 25. und 26. Februar bei der Welfen-Winter-Rallye in Oschersleben – in diesem Jahr erstmals auch Rennen um die Deutsche Rallye-Meisterschaft absolviert werden. Doch wie in der Formel 1 sind nicht nur Fleiß und Talent, sondern auch das nötige Kleingeld ein nicht unwesentlicher Faktor für den Erfolg. „Mein Ziel ist ein moderneres Auto. Dafür bräuchte ich aber mehr Sponsoren“, hofft Becher auf weitere Geldgeber, die ihm dabei helfen, seine PS-starken Motorsportträume zu verwirklichen.
An der falschen Strategie sollte es jedenfalls nicht scheitern.
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