Anzeige

„Entwicklung weiter nach vorn treiben“

Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht über verschenkte Spiele, notwendige Niederlagen und Spielerpotenziale.

26.10.2011.

Gut ein Drittel der Zweitliga-Saison ist absolviert in dessen Verlauf sich Eintracht im Verfolgerfeld der Spitzengruppe festsetzen konnte. nB-Mitarbeiter Elmar von Cramon sprach mit Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht über den bisherigen Saisonverlauf.

? Herr Lieberknecht, nach zwölf Spieltagen haben Sie mit ihrer Mannschaft 19 Zähler auf dem Konto. Sind Sie mit dieser Bilanz zufrieden?

! Damit wäre man vor Saisonbeginn sicherlich zufrieden gewesen. Betrachtet man das Auftaktprogramm, haben wir gegen sehr gute Mannschaften gewonnen, was man im Vorfeld nicht unbedingt hätte einplanen können.
Auf der anderen Seite dürfen wir die vergangenen vier Spiele nicht unter den Tisch kehren. Wir hätten dort mehr Punkte holen können und haben die Spiele teilweise billig hergeschenkt.
Dennoch war ich kürzlich froh, dass ich meiner Mannschaft in der Analyse des Dresden-Spiels viele nicht verwertete Torgelegenheiten präsentieren konnte, anstatt diese mit der Lupe suchen zu müssen.
Das Abschlussverhalten muss natürlich verbessert werden. Die diesjährige Spielzeit ist mit dem ersten Drittligajahr vergleichbar, in dem wir uns sportlich und finanziell konsolidiert haben. Wer sich in einer neuen Liga etablieren will, muss auch Niederlagen einstecken können.

? Momentan erscheint die Situation paradox. Eintracht dominiert den Gegner, holt aber weniger Punkte als zu Saisonbeginn. Was kann man dagegen tun?

! Wir müssen uns besser auf den Fall einstellen, dass sich der Gegner „einigelt“. Einerseits bekommen wir so aufgezeigt, dass uns die anderen Mannschaften mit Respekt begegnen, andererseits ist es Wahnsinn, wenn man diese Spiele dann verliert. Es ist mittlerweile notwendig geworden, uns selbst ein neues Bild von der Art und Weise zu machen, wie wir spielen, und entsprechend zu reagieren. Wir müssen zum Beispiel unser Positionsspiel verfeinern und noch höhere Anteile beim Ballbesitz erzielen.

? Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der Neuzugänge?

! Wir wollten Spieler dazu holen, die uns sowohl mit ihrer individuellen Spielstärke als auch in der Entwicklung der Mannschaft als Ganzes weiterbringen. Das ist uns gelungen, alle machen ihre Sache sehr gut. Schaut man sich die Statistik an sieht man, dass Matthias Zimmermann zu den erfolgreichsten Torvorbereitern der zweiten Liga gehört.
Marcel Correia konnte sich ligaweit als einer der besten Innenverteidiger etablieren, obwohl er eine Liga übersprungen hat. Auch mit Oliver Petersch sind wir zufrieden, obwohl er bislang Verletzungspech hatte und unser System deshalb noch nicht so verinnerlichen konnte.
Die Korte-Zwillinge haben bereits bewiesen, dass ihnen die Zukunft gehört, genauso wie Pierre Merkel werden wir sie aber nicht verheizen. Insgesamt kann man zufrieden sein, das heißt aber nicht, dass es bei dem einen oder anderen nicht noch Steigerungspotenzial gibt.

? Wie sehen Sie den bisherigen Saisonverlauf der zweiten Liga insgesamt ?

! Momentan beginnt sich die Liga in zwei Hälften zu teilen. Wir befinden uns in einem Bereich, der sehr gut für die Entwicklung der Mannschaft ist.
Mit Fürth, St. Pauli, Eintracht Frankfurt und Düsseldorf stehen Mannschaften oben, die man dort erwartet hat. Im unteren Teil findet man Teams wie Aachen, Duisburg, Bochum oder den KSC, die sich den Saisonstart sicherlich anders vorgestellt hätten, aber auch die Qualität besitzen, die Abstiegszone zu verlassen. Für uns selbst ist es wichtig, Niederlagen zwar einzukalkulieren, aber auch daraus zu lernen und die Entwicklung der Mannschaft weiter nach vorn zu treiben.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.