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Endlich mal wieder nah dran

Aufbauspieler Thomas Klepeisz übernahm in der engen Schlussphase Verantwortung. Foto: T.A.

Basketball-Bundesliga: Der Auftritt der Löwen gegen Göttingen (75:77) gab den Fans Hoffnung.

Von Christoph Matthies, 08.11.2016.

Braunschweig. Am Ende standen sie wieder mit leeren Händen, zum siebten Mal in Folge. Und doch machte die unglückliche 75:77-Heimniederlage der Löwen-Basketballer am Samstag gegen die BG Göttingen etwas Mut, dass man im Kampf um den Klassenerhalt vielleicht doch konkurrenzfähiger sei, als man nach den drei empfindlichen Packungen zuvor annehmen musste.

Nach der Pressekonferenz dachte Löwen-Coach Frank Menz noch kurz über die Frage nach, was nun eigentlich schlimmer sei: Mit 28 Punkten Differenz aus der Halle geschossen zu werden, wie im Heimspiel zuvor gegen Tübingen, oder in einem Drama mit Herzschlagfinale in letzter Sekunde den entscheidenden Korb zur Niederlage zu kassieren?

In den 40 Minuten zuvor hatte der Trainer eine Löwen-Mannschaft gesehen, die sich deutlich verbessert präsentierte. Defensiv auf dem richtigen Weg, offensiv gut auf den Ball aufpassend – nur elf Ballverluste sind ein ordentlicher Wert – und auch individuell stärker. Endlich gelang es wieder, den kanadischen Flügelspieler Dyshawn Pierre, der mit 15 Punkten Löwen-Topscorer wurde, seinen Stärken entsprechend einzusetzen. Zuvor hatte Pierre, der sein erstes Jahr als Profi absolviert, drei katastrophale Partien in Folge geboten.

Auch US-Guard Carlton Guyton setzte seinen Aufwärtstrend fort, traf hochprozentig und punktete zum dritten Mal hintereinander zweistellig. Und dann war da ja auch noch Tommy Klepeisz, der Österreicher, der starke Nerven und viel Selbstvertrauen bewies, als er eiskalt die letzten fünf Punkte für den tapfer kämpfenden Tabellenvorletzten erzielte.

„Nach diesem Spiel habe ich das Gefühl, dass wir nicht so weit entfernt sind“, glaubt Menz hinsichtlich der Chancen auf den Klassenerhalt. „Es ist beruhigend, dass man zumindest weiß, dass man mithalten kann.“ Dass es im Derby gegen Göttingen nicht mit einem Sieg klappte, lag vor allem an mentalen Aussetzern in der Defensive, die einem jungen und unerfahrenen Team passieren können. Zweimal kamen die Göttinger in den finalen 33 Sekunden völlig freistehend zum Abschluss.

Lange musste Menz nicht nachdenken, um nach der Pressekonferenz zu einer Entscheidung zu finden: Trotz des anschließenden Frusts sei es natürlich besser, knapp zu verlieren als deutlich. Vielleicht erarbeitet sich sein Team am Sonntag in Bonn ja wieder die Chance, bis zur Schlusssirene um den Sieg mitzuspielen. Und es dann vielleicht ein kleines bisschen besser zu machen.
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