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„Eishockey ist mein Leben“

Aus gesundheitlichen Gründen muss Tyler Haskins seine aktive Karriere beenden. Dem Eishockey in Wolfsburg möchte er dennoch gern erhalten bleiben. Foto: regios24/Darius Simka

Der scheidende Grizzlys-Kapitän Tyler Haskins über Gesundheit, Karriere und seine Zukunft.

Wolfsburg, 29.03.2018.


Das Karriereende von Grizzlys-Kapitän Tyler Haskins hinterlässt große emotionale Spuren und – das ist absehbar – eine große sportliche wie menschliche Lücke im Team des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten. In einem letzten offiziellen Pressegespräch sprach der 31-jährige US-Amerikaner über die letzten Wochen als Grizzlys-Teammitglied und jene Kopfverletzung, wegen der er auf ärztliches Anraten hin sein Karriereende verkündete.

Tyler Haskins über …
… seinen Gesundheitszustand:

„Ich hatte vier bis fünf Gehirnerschütterungen in meiner Karriere. Aber dieses Mal war es anders. Schlimmer als jemals zuvor. Ich hatte anfangs starke Kopfschmerzen, bin mitten in der Nacht davon aufgewacht. Hinzu kamen starke Sehstörungen. Ich hoffe, dass diese bald weggehen. Dass ich einen Spezialisten in den USA aufgesucht habe, lag daran, dass ich meiner Frau Dinge erzählt habe und mich 30 Minuten danach nicht mehr daran erinnern konnte. Sie sagte: ,Schatz, das hast du mir doch schon vor ein paar Minuten gesagt.‘ Ich wusste es einfach nicht mehr. Klar war mir dabei sofort, dass es richtig ernst ist. Der Arzt in Pittsburgh hat mir bei meinem Besuch deutlich gesagt, dass ich meine Karriere beenden sollte, sofern ich meine Gesundheit nicht weiter aufs Spiel setzen möchte.“

… die Entscheidung, seine Karriere zu beenden:
„Ich konnte die Entscheidung nicht alleine treffen. Nach meiner Rückkehr aus Pittsburgh habe ich eine Woche lang jeden Abend und teilweise auch nachts mit meiner Frau Liz gesprochen. Auch meine Eltern waren wichtige Vertrauenspersonen. Ich bin kein Mensch, der Entscheidungen übers Knie bricht. Letztlich war mir aber selbst klar, dass ich eine Frau und unsere Kinder habe und das Leben später mit ihnen möglichst beschwerdefrei genießen möchte.“

… seine Zeit in Wolfsburg und Angebote anderer Klubs:
„Es gab immer mal wieder Angebote, sehr gute sogar. Für mich war aber klar, dass ich das Leben hier in Wolfsburg und mit den Jungs in der Kabine nicht aufgeben möchte. Wir haben uns hier immer zu Hause gefühlt. Ich bin jeden Tag mit Freude zur Arena gefahren. Es war irgendwie nicht so, dass ich nur zur Arbeit fahre. Ich bin zu guten Freunden gefahren, um mit ihnen viele Stunden zu verbringen. Das war ein Geschenk. Ich habe mich mit der Organisation und der Arbeitermentalität immer voll und ganz identifiziert. Ich hatte eine tolle Zeit in Wolfsburg.“

… seine Zukunft:
„Ich habe das Spiel immer geliebt. Das wird auch immer so bleiben. Eishockey ist mein Leben, daher möchte ich versuchen, weiterhin in diesem Bereich tätig zu sein. Ich weiß noch nicht genau, was ich machen werde. Trainer wäre eine Option, die mir aktuell jedoch noch nicht ganz zusagt. Ich möchte den Grizzlys auch künftig helfen, erfolgreich zu sein. Die Organisation hat mir damals die Chance gegeben, als ich zunächst mit einem Probevertrag nach Wolfsburg gekommen bin. Wie genau meine Unterstützung aussehen könnte, darüber werden wir sicher sprechen.“
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