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Eintracht gegen Reutlingen: Zweimal eine 1:2-Niederlage

Zweikampf in der ersten Pokalrunde: Mirko Boland (r.) gegen Halles Patrick Mouaya. Foto: Hübner

Fußball: Kuriose Historie im DFB-Pokal – Der Gegner der Löwen spielt heute fünftklassig.

Von Elmar von Cramon, 21.08.2015.

Braunschweig. In der zweiten Runde des DFB-Pokals trifft Eintracht am 27. oder 28. Oktober auf den SSV Reutlingen. Zwar ist die Mannschaft aus dem Herzen von Baden-Württemberg als Oberligist der klassentiefste Klub im Feld der 32 Zweitrundenteilnehmer, ein leichtes Los ist die Partie jedoch nicht.

„Natürlich ist es Pflicht für uns, in Reutlingen weiterzukommen“, erklärt Torsten Lieberknecht, verweist aber darauf, dass der Karlsruher SC dies vor der Erstrundenbegegnung auch so gesehen hätte. Was dann passierte, war allerdings ein Fall für das Kuriositätenkabinett: Durch drei Elfmeter und drei Platzverweise drehte sich die Partie zugunsten des Underdogs, der nach 90 Minuten einen 3:1-Erfolg bejubeln konnte und nun in der zweiten Runde auf die Braunschweiger trifft.
Schon einmal standen sich beide Teams im DFB-Pokal gegenüber: 2002 wurde Zweitliga-Aufsteiger Eintracht der damalige Ligakonkurrent Reutlingen in der ersten Pokalrunde zugelost. Der Zufall wollte es so, dass das Aufeinandertreffen beider Mannschaften im Ligabetrieb nur eine Woche zuvor stattgefunden hatte: Am 25. August 2002 schien zunächst alles nach Plan zu laufen, mit einem frühen Treffer brachte Jacob Thomas die Blau-Gelben in Front.
Zwei Tore von Nico Frommer wendeten das Blatt zugunsten des SSV, der damit alle drei Punkte aus dem Eintracht-Stadion entführen konnte.
Nach der bitteren Punktspielniederlage hofften die Blau-Gelben darauf, es im Pokal besser zu machen, zogen aber, kurioserweise mit dem gleichen Ergebnis erneut den Kürzeren. Diesmal traf Patrick Würll für die Rot-Weißen doppelt; Michel Mazingu-Dinzey hatte zwischenzeitlichen den Ausgleich für Eintracht markieren können.
Zumindest beim 1:0 im Rückspiel konnten die Löwen durch ein abermaliges Tor von Thomas endlich einen Sieg bejubeln. Am Saisonende mussten beide Teams den Gang in die Regionalliga antreten. Zwar hätten die Reutlinger den Klassenerhalt sportlich in der Tasche gehabt, ein Sechs-Punkte-Abzug wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsauflagen und Unregelmäßigkeiten beim Stadionausbau besiegelte jedoch den Abstieg.
Da die Reutlinger aus finanziellen Gründen keine Zulassung für die Regionalliga erhielten, fanden sie sich in der vierten Liga wieder und stiegen erst zwei Jahre später wieder auf. Während Eintracht 2008 mit der umjubelten Drittliga-Qualifikation eine neue erfolgreiche Ära einläutete, verpasste der SSV die neugegründete Spielklasse knapp und musste 2010 sogar Insolvenz anmelden. Nach einem Neuanfang in der Oberliga bedeutete der Gewinn des Baden-Württembergischen Landespokals ein erstes Highlight der jüngeren Vereinsgeschichte, die zuvor nur Rückschläge für den 110 Jahre alten Traditionsverein bereitgehalten hatte.
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