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Eintracht gegen Hannover: Countdown zum Derby beginnt

So schön jubelten die Blau-Gelben beim Derby gegen Hannover im Jahr 2014: Torschütze Havard Nielsen (M.), Domi Kumbela (l.) und Jan Hochscheidt. Foto: Susanne Hübner

Löwen empfangen 96 vor ausverkauftem Haus – Lieberknecht hofft auf „schönen Fußballtag“.

Von Elmar von Cramon, 01.11.2016.

Braunschweig. Das große Spiel wirft seine Schatten voraus: Am Sonntag kommt es nach zweieinhalb Jahren erstmals wieder zum Niedersachsenderby zwischen Eintracht und Hannover 96.
Während die Blau-Gelben ihre Generalprobe bei Dynamo Dresden unglücklich mit 2:3 verloren, waren die Roten im Heimspiel gegen Würzburg mit 3:1 erfolgreich und machten Boden in der Tabelle gut. Beide Teams stehen sich somit auch in einem Spitzenspiel der zweiten Liga gegenüber, in der Eintracht als Tabellenführer auf den Tabellendritten trifft.

„Diese Konstellation hätte ich unabhängig vom Derbycharakter nicht erwartet“, erklärt Torsten Lieberknecht in Bezug auf die für beide Clubs erfreuliche Tabellensituation.
Während die Fans beider Mannschaften der Begegnung seit Wochen entgegenfiebern, war das große Spiel für den 43-Jährigen und seine Mannschaft bis vor kurzem noch nicht auf der Tagesordnung: „Es ist normal, dass der eine oder andere Spieler darauf angesprochen wird, bei uns in der Kabine war es aber definitiv kein Thema.“
Das änderte sich mit dem Einstieg in die Trainingswoche gestern, die für Lieberknecht vor allem im Zeichen der Aufarbeitung der 2:3-Niederlage in Dresden stand: „Es war eine Erfahrung, die schmerzlich war. Bis zum 2:1 hatte man nicht ansatzweise das Gefühl, dass es zu so einem Ergebnis kommt.“ Seiner Mannschaft wollte er deshalb auch keine größeren Vorwürfe machen, sondern sah vor allem das Dresdner Publikum als Faktor zugunsten der Hausherren: „So etwas habe ich weder in meinem Fußballerleben noch als Trainer jemals erlebt, welche Wucht und Dynamik ein Stadion entwickeln kann. Das war ausschlaggebend dafür, dass Dresden dieses Spiel noch gedreht hat.“ Deshalb werde er sich mit seinem Team auf die drei Gegentreffer fokussieren: „So einen Spielausgang werden wir zukünftig nicht mehr erleben, wenn wir die gleichen Fehler wie in Dresden nicht mehr machen.“
Darüber hinaus wird er sich mit seinem Team auf das Derby aber genauso wie auf jede andere Partie vorbereiten: „Eine ganz normale Trainingswoche, in der nichts anderes geplant ist.“ Auch für die neuen Kräfte im Löwenrudel wie Christoffer Nyman und Gustav Valsvik ist laut Lieberknecht keine spezielle Vorbereitung erforderlich, da sie sich vor ihrem Wechsel durchaus mit der Vereinsgeschichte beschäftigt hatten: „Sie wussten schon, welches Spiel eine besondere Bedeutung hat und haben uns bei der Vertragsunterschrift gefragt, wann dieses Spiel ist“, so der Fußball-Lehrer.
Seinem Gegenüber Daniel Stendel bescheinigt er unterdessen gute Arbeit mit dem so hochkarätig besetzten Kader: „Diese Mannschaft ist stärker als beim letzten Derby und besser als das Team der Vorsaison. Daniel Stendel hat den Weg schon in den letzten Bundesligaspielen aufgebaut. Es ist etwas entstanden, womit sich die Zuschauer identifizieren können und Fehler deshalb auch verzeihen.“ Zuletzt zeigte sich das Team bärenstark, fertigte Fortuna Düsseldorf mit 6:1 im Pokal ab und drehte das jüngste Heimspiel gegen Würzburg nach 0:1 mit 3:1 zu seinen Gunsten: „Man sieht die Qualität immer wieder, dennoch glaube ich, dass es innerhalb der Mannschaft auch Punkte gibt, weshalb du Hannover schlagen kannst.“
Neben dem sportlichen Aspekt spielt am Sonntag naturgemäß auch die Sicherheit eine Rolle. Beide Vereine erarbeiteten ein umfangreiches Sicherheitskonzept, das dafür sorgen soll, die rivalisierenden Fanlager zu trennen und gewalttätige Auseinandersetzungen zu vermeiden.
Auch Torsten Lieberknecht möchte das Derby nicht von unschönen Begleiterscheinungen flankiert wissen: „Der Appell geht an die Vernunft, dass wir hier alle einen schönen Fußballtag erleben.“
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