Anzeige

Eine Niederlage, die wehtut

Tyrone Nash (16 Punkte), der schon im Hinspiel am besten traf, war auch in Weißenfels Topscorer für die Löwen. Foto (Archiv): Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Die Löwen verlieren beim MBC mit 71:83 (33:41).

Von Christoph Matthies, 19.03.2016.

Braunschweig. Trotz gleichzeitiger Würzburger Niederlage konnten die Löwen den Rückstand auf die Playoff-Plätze nicht verkürzen. Die 71:83-Pleite beim Mitteldeutschen BC war bereits die zweite Niederlage bei einem Abstiegskandidaten innerhalb von zwei Wochen.

Es dauerte ein wenig, bis die Technik ihren Dienst tat, doch mit acht Minuten Verspätung ging es in der sehr lauten Stadthalle Weißenfels dann endlich los. Besonders Kenny Frease schien das Warten nicht aus dem Rhythmus zu bringen, die ersten vier Punkte für die Löwen erzielte der „Wühlbüffel“. Auf der anderen Seite traf Dominique Johnson den ersten Dreier für die Wölfe – in der letzten Saison war „DJ“in Braunschweig noch ein Bankdrücker, beim MBC hat er sich eine feste Rolle in der Rotation erspielt.

„Der MBC hat ein Team, das sehr von seinen Dreiern lebt“, hatte Löwen-Headcoach Raoul Korner vor der Partie gesagt, und früh wurde klar, was er meinte: Allein im ersten Viertel nahm der Gastgeber sieben Dreier (insgesamt 29), traf davon drei und führte nach zehn Minuten mit 19:18. Auch im zweiten Viertel hatten die Löwen Mühe, ihrer Favoritenrolle gegen den Tabellenvorletzten gerecht zu werden. Der MBC drückte immer wieder aufs Tempo, während die Gäste einfache Chancen liegenließen und auch von außen nichts bestellen konnten. BBL-Topscorer Keaton Grant hatte zur Pause keinen seiner fünf Dreier getroffen (Team: 0/6), und die Löwen, die gerade einmal 33 Pünktchen erzielt hatten, liefen einem Rückstand von acht Zählern hinterher. Die beiden Big Men Tashawn Thomas (MBC) und Kenny Frease hatten beim Ertönen der Halbzeitsirene jeweils zehn Punkte auf dem Konto.

In Halbzeit zwei mussten die Löwen eine gewaltige Schippe drauflegen, um in Weißenfels einen Sieg mitzunehmen. Gelingen musste das allerdings ohne Coach Korner, der unmittelbar vor der Pause disqualifiziert wurde, weil er auf einen ausgebliebenen Foulpfiff ein wenig zu exaltiert reagiert hatte. Es übernahm Co-Trainer Lars Masell. Doch nicht nur ihr Cheftrainer, auch die Löwen wirkten nach dem Seitenwechsel zunächst abwesend, ließen die Wölfe in zwei Minuten bis auf 16 Punkte davoneilen. Weil sie sich endlich wieder leichte Punkte durch Frease und Tyrone Nash erspielten, kamen die Löwen wieder näher, und nach 25 Minuten schien Keaton Grant mit einem Dunking das Hallo-wach-Signal senden zu wollen (51:43). Nach einem ganz schwierigen Korbleger von Nash und einen Mitteldistanzwurf von Jermaine Anderson betrug der Rückstand gar nur noch fünf Punkte (54:49).

Ob es die körperliche Belastung nach dem Spiel und der langen Auswärtsfahrt in Crailsheim war, die den Löwen zusetzte? Vielleicht wollten es die abstiegsbedrohten Mitteldeutschen auch einfach mehr. 100 Sekunden vor der letzten Viertelpause stopfte James Southerland schon wieder zu einer recht komfortablen 63:50-Führung. Immerhin: Kurz darauf traf Derek Needham den ersten von elf Braunschweiger Dreiern und der selbstbewusst auftretende Nash verkürzte weiter (55:63).

Vergebene Korbleger, versemmelte Freiwürfe und fragwürdige Entscheidungen der Schiedsrichter: Die Löwen hatten es nicht leicht zu Beginn des Schlussviertels und doch kamen sie näher – vor allem, weil der MBC es mit seinen Distanzwürfen nun übertrieb. Knapp fünf Minuten vor dem Ende besorgte Keaton Grant per Korbleger mit Bonusfreiwurf sogar erstmals seit langer Zeit den Ausgleich (67:67). Das Spiel war nun weit offen, doch beide Teams schienen das Punkten nun regelrecht zu verweigern.

Erst zwei Minuten später traf der MBC von der Freiwurflinie, die Löwen brauchten dafür noch eine Minute länger. 77 Sekunden vor Schluss war dennoch weiterhin alles drin, als Jermaine Anderson einen Dreier versenkte (71:75). Wölfe-Aufbau Marcus Hatten brach den Löwen dann 42 Sekunden vor dem Ende allerdings endgültig das Genick (79:71) – mit einem Dreier von ganz weit draußen, der den Wölfen ihren vierten Sieg in Folge sicherstellte.

Für die Löwen punkteten: Nash 16, Anderson 15, Frease 12, Grant 9, Needham 6, Stevens 5, Theis 4, Amaize 2, Simon 2.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.