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Eine „Konrad-Koch-Rampe“ wird es nicht geben

Ein Braunschweiger Lehrer brachte vor mehr als 130 Jahren den Fußball nach Deutschland – Überlegungen zum Gedenken sind vielfältig.

Von Christoph Matthies, 01.09.2010.

Braunschweig. „Konrad-Koch-Platz“, „Konrad-Koch-Tribüne“ oder „Konrad-Koch-Cup“? Ideen zur Ehrung des Braunschweiger Fußballpioniers gibt es viele. Die nB hörte sich um.

Es bedurfte erst eines Kinofilms, um eine der vielleicht einflussreichsten Figuren unserer Stadtgeschichte ins Bewusstsein der breiten Braunschweiger Öffentlichkeit zu rufen. Seit im Juli die Dreharbeiten zu „Der ganz große Traum des Konrad Koch“ begannen, gibt es verschiedene Überlegungen, wie man den einstigen Lehrer des Martino-Katharineums, der im Jahr 1874 den heutigen Volkssport Fußball von der britischen Insel nach Deutschland importierte, auf angemessene Weise ehren könnte.
Momentan gibt es in der Löwenstadt zwei Gedenktafeln, die an Konrad Koch erinnern – eine an der Schule, an der er lehrte, eine weitere seit dem WM-Jahr 2006 vor dem Naturhistorischen Museum am Rebenring. Zu wenig, findet Wolfgang Sehrt, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, der für den 100. Todestag Kochs am 13. April 2011 eine interessante Idee hat. „Ich könnte mir ein Fußballspiel mit besonders attraktiven Spielern vorstellen, für das marketingmäßig bundesweit geworben wird“, erhofft sich Sehrt neben Ehrung und hochklassigem Sport eine positive Außenwirkung für die Stadt. Manfred Pesditschek, Vorsitzender der SPD-Fraktion, würde eine Gedenkveranstaltung für den Fußballpionier ebenfalls begrüßen. „Da ist einiges denkbar, etwa ein historisches Fußballspiel. Daran zu erinnern, dass es hier angefangen hat, Fußball in Deutschland populär zu machen, ist schon vom Stadtmarketing her eine hervorragende Sache“, sieht auch der Sozialdemokrat einen möglichen Imagegewinn für die Stadt. Von einem anderen Vorschlag hält Pesditschek momentan jedoch wenig: „Den Platz vor dem Eintracht-Stadion nach Konrad Koch zu benennen, halte ich für einen Witz. Im Prinzip ist das keine schlechte Idee, aber nicht im jetzigen Zustand. Da müsste insgesamt noch viel passieren.“
Tatsächlich ist der Stadionvorplatz derzeit wenig vorzeigbar, wie auch Soeren Oliver Voigt bestätigt: „Es gibt ja in Wirklichkeit gar keinen Platz, es gibt zwei Parkplätze und eine Rampe. Wenn hier schon alles umgebaut wäre, wir einen echten Vorplatz hätten, dann könnte man da sicher etwas Schönes kreieren“, hält auch der Geschäftsführer der Eintracht eine „Konrad-Koch-Rampe“ für wenig angemessen.
Und was denken Fans und Aktive über die aktuelle Diskussion um ein würdiges Gedenken an Braunschweigs historischen Botschafter des Fußballs? „Ein Spiel mit Rahmenprogramm schafft einfach die größte Aufmerksamkeit, es ist dann ja auch fast das Wiegenfest des deutschen Fußballs. Es sollten Teams gemischt aus Alt-Stars und aktuellen Spielern gegeneinander antreten“, findet Christoph Köchy, Vize-Präsident des Eintracht-Fanclubs Braunschweiger Jungs '95, der Vorschlägen zur Umbenennung von Kurven oder Tribünen allerdings skeptisch gegenübersteht.
„Das Eintracht-Stadion hat viel Tradition, da sollte man nicht unbedingt etwas umbenennen“, bekräftigt auch Sebastian Rau, Mittelfeldspieler des FC Wenden. Stattdessen könnte sich der Bruder von Ex-Nationalspieler Tobias Rau ein regelmäßiges „Konrad-Koch-Turnier“ vorstellen, etwa in der Saisonvorbereitung. Das allerdings sei schwierig zu realisieren, gibt Soeren Oliver Voigt zu bedenken: „Das Problem ist, dass die Drittligisten sehr viel früher mit der Saisonvorbereitung beginnen als die Zweit- und Erstligisten. Dementsprechend ist es schwer, in dieser Zeit attraktive Gegner zu bekommen“, formuliert der Eintracht-Geschäftsführer einen schönen Grund für den erhofften Zweitliga-Aufstieg.
Am morgigen Donnerstag trifft sich Voigt mit Gerold Leppa von der Stadtmarketing GmbH, um sich über mögliche Maßnahmen zum Gedenken an Konrad Koch auszutauschen.
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