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"Ein Trainer muss auch Vorbild sein“

Jürgen Geier ist ein engagierter Handball-Übungsleiter beim MTV Braunschweig.

Von Jonas Smidt
und Daniel Beutler, 25.05.2011

Braunschweig. Trainer im Juniorenbereich sind Lehrer, Vorbild und Bezugsperson für den sportlichen Nachwuchs. Eine schwere Aufgabe, über die die nB in einer neuen Serie mit verschiedenen Trainern sprechen wird. Den Auftakt macht Jürgen Geier, bis Ende dieser Saison Übungsleiter der Handball-B-Junioren des MTV Braunschweig.

? Wie lange sind Sie schon als Trainer aktiv?

!Meine erste Mannschaft habe ich bereits mit 16 Jahren trainiert. Damals waren es noch die ganz jungen Teams. Das liegt jetzt schon circa 30 Jahre zurück.

?Welchen zeitlichen Aufwand bringt die Arbeit als Trainer für Sie mit sich?

! Die B-Junioren des MTV spielen in der Oberliga. Das ist die höchste Liga für diese Altersklasse. Das erfordert schon viel Einsatz. Zwei mal die Woche ist Training, dazu analysiere ich die Gegner und am Wochenende sind die Spielen. In der Saisonvorbereitung kommt noch ein Trainingslager und Turniere hinzu. Da geht schon viel Freizeit verloren.

?Haben Sie einen Trainerschein? Und wie bewerten Sie es, wenn Trainer ohne entsprechende Ausbildung eine Mannschaft betreuen?

!Ich habe einen C-Trainerschein. Für die Nationalmannschaft würde das nicht reichen. Dieser Lehrgang zielt mehr auf Jugendteams und unterklassige Herren- und Damenmannschaften ab. Dass jemand ohne Ausbildung als Trainer arbeitet, sehe ich eher skeptisch. Es ist auf jeden Fall falsch, jemanden ins kalte Wasser zu werfen und ohne Unterstützung als Trainer arbeiten zu lassen. Ich bin der Meinung, dass Teams aus jungen und erfahrenen Trainern gebildet werden sollten. Ein Trainerschein ist dabei nicht unbedingt notwendig.

?Dem gegenüber steht das Dilemma vieler Vereine, überhaupt genügend Trainer zu finden.

!Ja, das ist ein großes und schwieriges Problem: Auf der einen Seite sind zu wenig Trainer da und denen, die da sind, fehlt manchmal die Kompetenz. Der jeweilige Verein sollte mit einer gesunden Portion Menschenverstand handeln und die Trainer bewerten, ob sie geeignet sind. Gerade im Jugendbereich ist das unheimlich wichtig.

?Wie schätzen Sie den pädagogischen Stellenwert der Arbeit als Trainer ein. Insbesondere bei Betreuern im Junioren-Bereich?

!Klar ist der Trainer auch in gewisser Weise ein Lehrer. Er ist verantwortlich für die Kinder und Jugendlichen und muss auch ein Vorbild sein. Ich bin zum Beispiel strikt gegen Alkohol im Jugendsport und das vermittele ich meinen Spielern auch. Ich denke, man sollte als Trainer nicht zu ehrgeizig sein und dies gerade bei jüngeren Mannschaften zurückstellen. Da sollte ganz klar der Spaß im Vordergrund stehen. Ab der B-Jugend kann dann jeder für sich selber entscheiden, ob er bereit ist, leistungsorientiert zu spielen und dementsprechend gewillt ist, mehr und härter zu trainieren und auch mehr Zeit zu investieren.
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