Anzeige

Ein Pierre in Topform reicht nicht

Zeigte eine eindrucksvolle Leistung in Bremerhaven: Dyshawn Pierre. Foto (Archiv): T.A.

Basketball-Bundesliga: Löwen verlieren mit 80:89 in Bremerhaven.

Von Christoph Matthies, 08.04.2017.

Braunschweig. Nach neun Pleiten in Folge waren die Löwen-Basketballer an die Nordseeküste gereist, um bei den Eisbären Bremerhaven endlich den Bock umzustoßen und vor dem wichtigen Abstiegsduell am Mittwoch (19 Uhr, VW-Halle) zwei Punkte und Selbstvertrauen zu tanken. Trotz ordentlicher Leistung – und einem Sahnetag von Dyshawn Pierre – behielten am Ende aber die Gastgeber mit 89:80 die Oberhand.

Die erste Devise der Löwen in Bremerhaven musste lauten, nicht wie in den vorangegangenen Partien schon im ersten Viertel unter die Räder zu kommen. Das gelang, vor allem, weil einer sich ganz besonders spielfreudig zeigte. Dyshawn Pierre, Kanadier in Diensten der Braunschweiger, hatte einen dieser Tage, an denen er zu den ganz starken Allroundern der Liga gehört. An fast jedem Angriff war der Flügelspieler beteiligt, wurde viel in der Isolation angespielt, von wo aus er entweder selbst zum Korb zog oder für seine Mitspieler kreierte. „Wir sind vor allem defensiv besser ins Spiel gekommen als gegen Gießen“, bescheinigte der beste Mann der Partie seinem Team auch hinten einen Schritt nach vorne.

In der schönsten Szene des ersten Viertels, das mit 24:17 an die Löwen ging, war Pierre Nutznießer eines tollen Alley-Oop-Anspiels von Neuzugang Andre Hollins. Den Fastbreak-Pass stopfte er mit Wucht zur 17:12-Führung durch die Reuse – ein Ausrufezeichen in einer Phase, in der die Eisbären reichlich konsterniert wirkten.

Doch die Gastgeber wurden besser, begannen nun auch, ihre Dreier besser zu treffen und gingen nach knapp 14 Minuten durch einen Korbleger von David Brembly wieder in Führung. Es entspann sich ein enges Spiel, in dem es hin und her ging und stets knapp blieb – und das nicht nur bis zur Halbzeitpause, sondern bis weit ins vierte Viertel hinein.

Highlights auf Braunschweiger Seite kamen meistens von Pierre, der mit 25 Punkten, 11 Rebounds und 8 Assists an einem ganz seltenen Triple-Double schnupperte. Einen weiteren Beleg seiner Klasse lieferte er nach 25 Minuten ab, als er hinten einen Rebound fischte, wie ein Expresszug mit dem Ball nach vorne preschte, von der Freiwurlinie aus das Spielgerät zu Tim Schwartz an der Dreierlinie passte, der sich nicht zweimal bitten ließ – ein Fastbreak wie aus dem Lehrbuch. Schwartz, der nach zwölf Punkten im Gießen-Spiel mit 14 Punkten (vier Dreier) schon wieder eine persönliche Karriere-Bestmarke aufstellte, und Carlos Medlock (18 Punkte) waren die besten Helfer Pierres, während vor allem Tommy Klepeisz, der in 29 Minuten ohne Punkte und Assists blieb, enttäuschte. Auch Neuzugang Andre Hollins und Rückkehrer Nico Simon waren letztlich keine Faktoren.

Viereinhalb Minuten vor Spielende stand es 73:73, nachdem Center Geoffrey Groselle, der nun stärker wurde und auch noch mit zwei wichtigen Blocks auffiel, ein Dreipunkte-Spiel vollendete. Die meisten „Big Plays“ in den folgenden Minuten gehörten allerdings den Eisbären, die nun außerdem auch die eine oder andere fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidung zu ihren Gunsten verbuchen konnten. Eine richtig spannende Schlussphase fiel deshalb aus, Trainer Sebastian Machowski und seine Bremerhavener fuhren den Sieg am Ende sicher nach Hause.

„Wir müssen das Spiel jetzt abhaken und uns auf die wichtigere Partie am Mittwoch gegen Vechta konzentrieren“, sagte der beste Mann der Partie Dyshawn Pierre im Anschluss. Hoffentlich kann er seine starke Form bis dahin konservieren.

Für die Löwen punkteten: Pierre 25 (11 Rebounds, 8 Assists), Medlock 18, Schwartz 14, Boykin 11, Groselle 10, Theis 2, Klepeisz, Hollins, Simon.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.