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Ein neuer Trendsport erobert unsere Region

Der deutsche Vizemeister Marvin Tetzel beäugt kritisch meinen Wurf, der zielgenau den Korb treffen wird. Fotos (3): Hübner
 
Disc Golf Marvin Tetzel mit NB mitarbeiter Jonas Dräger

Marvin Tetzel ist deutscher Vizemeister im Disc-Golf – In Wolfenbüttel fordert er mich zum Duell an der Scheibe.

Von Jonas Dräger, 19.11.2016.

Wolfenbüttel. Sommer, Sonne, Strand und dazu ein paar Würfe mit der Frisbee-Scheibe. Das kennt wohl jeder aus dem Urlaub. Seit einigen Jahren hat sich daraus ein Trendsport entwickelt: Disc-Golf. Im Braunschweiger Westpark und Bürgerpark sind zwei Anlagen entstanden. „So ziemlich das Beste, was die Region zu bieten hat“, erklärt Marvin Tetzel.

Wir haben uns in seiner Heimatstadt Wolfenbüttel für eine sportliche Runde getroffen. Der 20-jährige Student war vor wenigen Wochen erst in Amerika beim bedeutendsten Turnier der Szene. Dort verdienen die Topspieler sogar richtig gutes Geld. „In Deutschland ist das ein reines Hobby. Dafür kann es jeder betreiben. Man braucht ein gutes Gefühl für die Scheibe“, erklärt er kurz. Und dann geht es los. Das Einsteigerset, bestehend aus drei Scheiben, gibt es bereits für
25 Euro. Eine für die lange Distanz, eine für die Mittlere und eine, um auf den letzten Metern den Korb zu treffen.

Das Spielprinzip ist im Grunde einfach. Von der Startposition muss die Scheibe mit möglichst wenig Würfen in einer Metallkonstruktion untergebracht werden. Je nach Schwierigkeit des Kurses gibt es eine Wurfvorgabe, die möglichst unterboten werden sollte.

Auch wir begeben uns dann direkt in Position. Marvin erklärt noch kurz, wie die Scheibe am besten zu halten ist, um ordentlich Schwung mitzunehmen und schon geht es los. Rund 135 Meter ist das Ziel von uns entfernt. Ein paar Bäume stehen im Weg. Im Grunde müsste ich um die Kurve werfen. Doch soweit komme ich nicht. „Mehr als 150 Meter kann man damit durchaus werfen“, ruft Marvin mir noch zu. Mein Spielgerät geht mir zwar gut aus der Hand, nach etwas mehr als 25 Metern endet der Versuch allerdings in einem Gebüsch. „Ganz ordentlich für den Anfang“, scherzt der Vizemeister. Vorsorglich donnere ich noch ein halbes Dutzend weiterer Flugobjekte hinterher. Das macht mächtig Spaß, der Erfolg hält sich allerdings noch in Grenzen.

Der Profi demonstriert dann kurz, wie das Aussehen muss, wirft seine Scheibe weit nach vorne, zwischen den Bäumen durch und bekommt sogar die Kurve hin. Danach begeben wir uns gemeinsam auf die Suche nach meinen Wurfobjekten. Wesentlich besser läuft es für mich beim Putten, also beim Versuch die Scheibe aus der Nahdistanz im Korb zu versenken. Gleich der erste Wurf sitzt, zwei weitere prallen zwar gegen den Metallkorb, fallen aber leider daneben und nicht hinein. Und zu meinem Ärger fliegen einige auch wieder ganz weit vorbei und ich darf im Gebüsch suchen.

Marvin Tetzel ist 2010 mit dem Sport in Berührung gekommen. Da wurde die Anlage im Seeliger-Park gebaut. In Wolfenbüttel gibt es mit den Tee-Timers bereits einen richtigen Klub, in dem sich viele Sportfreunde aus der Region eingefunden haben. „Man muss nicht der Sportlichste sein, man muss nicht der Stärkste sein. Es geht einfach um Gefühl“, erklärt der Junioren-Europameister von 2014.

„Mit ein bisschen Training kann man dann eine Menge erreichen. Dann lernst du auch relativ schnell, wie man weit wirft und die richtige Flugbahn hinbekommt“, erläutert er. Das eher bescheidene Wetter in Wolfenbüttel sorgt dann für ein vorzeitiges Ende unseres Duells. Doch der Trendsport hat auch bei mir für Begeisterung gesorgt, die Adresse für den Online-Shop habe ich mir notiert und werde im kommenden Jahr definitiv ein paar Bahnen werfen.


INFOBOX

Discgolf ist ein Frisbeesportspiel. Ziel ist es, von einem festgelegten Abwurfpunkt mit möglichst wenigen Würfen der Frisbee-Scheibe einen Korb zu treffen.
Der Abwurf wird von einem bestimmten Ort vorgenommen, alle weiteren Würfe erfolgen von dem Punkt, an dem die Scheibe zum Liegen kam. Die Spieler haben eine große Auswahl an Scheiben mit unterschiedlichen Flugeigenschaften. Die für einen Kurs mit mehreren Bahnen benötigten Würfe werden zum abschließenden Ergebnis addiert.

Jede Bahn eines Kurses sollte mit einer bestimmten Anzahl an Würfen absolviert werden. Je weniger, desto besser. Die Bahnlänge beträgt zwischen 50-200 Meter.
Im Braunschweiger Westpark und Bürgerpark befinden sich Disc-Golf Spielfelder, die jederzeit benutzt werden dürfen.
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