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Dreierfestival vor der Pause ist nicht genug

Carlos Medlock (28 Punkte) traf sieben Dreier, punktete aber auch in Korbnähe. Foto (Archiv): Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: Löwen verlieren ihr Heimspiel gegen Oldenburg mit 76:83.

Von Christoph Matthies, 28.1.2017.

Braunschweig. Ein Niedersachsen-Derby mit zwei ganz unterschiedlichen Halbzeiten sahen die 2471 Zuschauer am Samstagabend in der VW-Halle. Trotz guten Starts der Gastgeber setzte sich der Favorit aus Oldenburg am Ende mit 83:76 (33:44) gegen die Basketball Löwen durch.

Die ersten 20 Minuten hatten noch ganz den Löwen gehört. Vor allem aus der Drei-Punkte-Distanz brannten die Blau-Gelben ein Feuerwerk ab, trafen sensationelle zehn ihrer elf Versuche (91 Prozent!) von der 6,75 Meter vom Korb entfernten Linie. Bezeichnend für die Treffsicherheit der Löwen: Mit der Halbzeit-Sirene feuerte Point Guard Carlos Medlock, am Ende Topscorer der Begegnung mit 28 Punkten (sieben Dreier), einen Wurf aus der eigenen Hälfte ab – und der Ball fiel wie an der Schnur gezogen zum 44:33 in die Oldenburger Reuse. Das Publikum in der Halle stand kurzzeitig Kopf, während die Gäste, eigentlich selbst eines der besten Dreierteams der Liga, ratlos wirkten.

Während den Löwen von außen also nahezu alles gelang, ging aus kürzerer Distanz, auch direkt am Korb, einiges daneben. Geoffrey Groselle (vier Punkte) blieb offensiv blass, auch Jamal Boykin, in Berlin noch mit 25 Zählern, traf nur zwei seiner zehn Versuche aus dem Feld (sieben Punkte). Eine Minute vor der Halbzeit stopfte Top-Athlet Dyshawn Pierre einen eigentlich sicheren Dunking auf den Ring – auch diese Szene symptomatisch für die schwache Chancenverwertung in Korbnähe (34 Prozent Zweier).

Auf die Füße fielen den Löwen diese vielen verpassten Chancen allerdings erst in der zweiten Halbzeit. „Wir sind nicht so aus der Halbzeit gekommen, wie wir es gemusst hätten. Und Oldenburg hat defensiv den Druck erhöht“, analysierte Frank Menz hinterher. Der Löwen-Trainer wurde nach dem Seitenwechsel Zeuge, wie die Dreier plötzlich kaum noch fielen und der Spielaufbau hektischer, unkonzentrierter wurde. Wie schon in der Woche zuvor in Berlin wuchs auch die Zahl der Ballverluste im dritten Viertel dramatisch. „Wir haben phasenweise die Kontrolle verloren“, sagte Menz auch in Hinblick auf seinen Spielgestalter Medlock, der zwar toll punktete, aber mit nur einem Assist bei drei Ballverlusten Defizite beim Regie führen zeigte. Vor dem Schlussviertel stand es 58:58.

Die Gäste aus Oldenburg hatten in Vladimir Mihailovic (19 Punkte), Center Brian Qvale (16) und Altmeister Rickey Paulding (18) ihre besten Spieler. Besonders Paulding zeigte in der Schlussphase, was einen starken Routinier auszeichnet. Nachdem er sich lange Zeit teamdienlich zurückgehalten hatte, riss der 34-jährige Amerikaner in den Schlussminuten die Verantwortung an sich. Elf Punkte in der Crunchtime, dazu ein toller Pass aus der Doppelverteidigung zu Qvale, ließen auch den letzten Kritiker verstummen, der Pauldings beste Tage eigentlich längst vergangen wähnte. Die Löwen gaben sich zwar nicht auf, konnten die Partie schließlich aber auch nicht mehr wirklich eng gestalten, nachdem die Gäste sich ab der 36. Minute abgesetzt hatten.

Trotz der Niederlage gegen den Tabellensechsten bleiben die Löwen auf Rang 15 der BBL-Tabelle und haben sechs Punkte Vorsprung auf Abstiegsrang 17. Die nächste Chance auf Punkte hat das Menz-Team am Samstag in Jena.

Für die Löwen punkteten: Medlock 28, Guyton 14, Pierre 13, Klepeisz 8, Boykin 7, Groselle 4, Figge 2, Theis, Schwartz, Simon.
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