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Donnerwetter: Lions gewinnen

Die Braunschweiger Footballer laufen ihrem Meisterschaftsgewinn entgegen. Fotos: Karsten Reißner
 

Football-Krimi bei Gewitter in Berlin – Braunschweiger nach fünf Jahren Deutscher Meister.

Von Daniel Beutler, 13.10.2013.

Berlin. Nach fünf harten Jahren sind die New Yorker Lions wieder auf dem deutschen Football-Thron. Vor 12 177 Zuschauern im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gewannen die Löwen buchstäblich in letzter Sekunde mit 35:34 gegen die Dresden Monarchs. Mehr Adrenalin ging nicht beim German Bowl XXXV.

Während die Lions ihren achten Deutschen Meistertitel feierten, schlichen die Dresden Monarchs nach ihrer ersten Finalteilnahme überhaupt traurig vom Platz. In einem Spiel, das an Spannung kaum zu überbieten war, schlugen sich die Monarchs beachtlich. Am Ende hatten die Lions sich durch ihren unerschrockenen Mut und einen superstarken Spielmacher Casey Therriault den Sieg aber redlich verdient.
Und damit machten sie nicht nur sich und den Fans eine riesige Freude, sondern auch ihrem Cheftrainer Troy Tomlin. Der US-Amerikaner stand bereits viermal mit den Lions im Endspiel, verlor aber alle. Nun endlich, neun Jahre, nachdem er die Löwen als Vize-Meister verließ, ist der Pokal in seinen Händen. Dafür hat der Coach, wie übrigens auch sein Trainerkollege Gary Spielbuehler an der Monarchs-Seitenlinie viel riskiert. Vom Kick-off an haben beide Mannschaften gleich klar gemacht, dass sie nicht nach Berlin gekommen sind, um die Stadt als Touristen wieder zu verlassen. Aus allen Rohren feuerten die Offensiv-Abteilungen von der ersten Sekunde an. Bis zum 21:19-Halbzeitstand für die Lions brachte jeder Ballbesitz auch Punkte.
Nach dem Wiederanpfiff lief es anders. Die Lions zuerst in Ballbesitz, verpassten zu punkten. Dresden im Anschluss musste sich ebenfalls vorzeitig vom Ball trennen. Aus dem Offensivfeuerwerk wurde eine Abwehrschlacht bei anhaltendem Regen. Die zwölf Minuten des dritten Viertels blieben fast ohne Punkte. Vier Sekunden vor Ende des Spielabschnitts konnte Monarchs Ballträger Trevar Deed den Football in die Endzone und seine Farben mit 26:21 in Front bringen.
Aber die Lions haben dieses Jahr extrem scharfe Zähne und bissen sich zurück in Führung. Quarterback Casey Therriault fand zwei Minuten später mit einem, bei dem Regen mutigen Pass, Pascal Maier in der Monarchs-Endzone zum 28:26. Dann ging es munter weiter. Die Monarchs legten nach zum 34:28. Mit Therriault schlugen die Lions wieder zurück. Trotz des Regens fand er mit Pässen immer wieder den freien Tommi Pinta, lief am Ende selbst zum 35:34 für die Lions.
Dann kam Hochspannung pur. Dresden musste punkten, Deed wirbelte sich vor den Blitzen im Hintergrund übers Feld und wurde zur tragischen Figur des Abends. 49 Sekunden vor Ende, 30 Yards vor der Lions-Endzone, verlor er, der Dresden mit seinen Läufen immer am Leben hielt, den Ball, die Braunschweiger sicherten ihn und feierten bis zum Umfallen.
Allerdings mit Verspätung, wegen des Gewitters wurde die Siegerehrung verschoben, als sich dann aber das Wetter beruhigt hatte, drehten die Lions auf. Grenzenlose Freude nach fünf Jahren ohne Titel und eine atemberaubende Saison.
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