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„Die Stimmung ist einmalig“

Fußballerische Wochenendbeziehung: Für Heimspiele reserviert Kai-Uwe Kahmann zwei Tage.

Von Marc Wichert, 23.10.2011

Braunschweig. Seine Wochenenden gehören ganz der Eintracht, zumindest bei Heimspielen. Dann reist Kai-Uwe Kahmann für zwei Tage extra aus Hamburg an, um die Blau-Gelben zu unterstützen.

Vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden überwog gestern der Optimismus. Vielleicht haben Sonnenschein und strahlend blauer Himmel das Ihre dazu beigetragen.
Die Vorfreude war Kai-Uwe Kahmann jedenfalls anzusehen und auch beim Ergebnis-Tipp war er zuversichtlich: „2:1 für Eintracht“, prophezeite er. Er kennt‘s aber auch anders. „Ich ärgere mich maßlos, wenn die Leistung nicht stimmt“, sagt Kai-Uwe Kahmann. Kein Wunder – der gebürtige Braunschweiger wohnt seit über 30 Jahren in Tötensen im Süden Hamburgs. Und fährt zu jedem Heimspiel von Eintracht Braunschweig. Das sind 360 Kilometer hin und zurück und jede Menge Zeit auf der Autobahn. Wenn dann mal ein Spiel nicht so richtig in Gang kommt...
Seit ihrem Aufstieg scheint die Mannschaft jedoch noch einen kleinen Kredit zu haben, so viel Euphorie war schließlich lange nicht mehr. Kahmann kennt sogar noch die großen, die glanzvollen Zeiten. Damals, Ende der Sechzigerjahre, als Eintracht zu den Top-Vereinen im Deutschen Fußball gehörte, war der heute 50-Jährige zum ersten Mal bei der Eintracht. „Im alten Stadion mit Holztribüne“, erinnert er sich. 1980 ist der Polizeibeamte dann aus beruflichen Gründen nach Hamburg gegangen.
Kein Gedanke daran, zum HSV oder St. Pauli überzulaufen? „Nie“, sagt er und lacht auf. „Ich werde immer Braunschweig-Fan bleiben.“ Allein diese Stadion-Atmosphäre, die habe er woanders noch nicht erlebt. „Hier in Braunschweig ist es familiär und leidenschaftlich.“
Sein Fan-Sein kultiviert er mit allerlei Zubehör. „Als sich meine Hamburger Freunde vor meiner Wohnung auf einer Eintracht-Fußmatte die Schuhe abgetreten haben, meinten die, ich hätte einen an der Waffel“, erzählt Kahmann. Ihm egal – wahre Liebe ist immer auch ein bisschen verrückt. Nach seiner Pensionierung in neun Jahren soll dann Schluss sein mit der Pendelei: dann möchte Kai-Uwe Kahmann wieder zurück nach Braunschweig.

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