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„Die Leute wissen mehr als ich“

Freuten sich gemeinsam: Torschütze Domi Kumbela (l.) und Jan Hochscheidt. Foto: Eibner

2. Fußball-Bundesliga: Lieberknecht weiß nichts von Werder-Interesse – Baffo fällt länger aus.

Von Elmar von Cramon, 12.04.2016.

Braunschweig. Ärgern wollte sich Torsten Lieberknecht über das 2:2-Unentschieden in Heidenheim nicht: Zwar hatte seine Mannschaft eine 2:0-Halbzeitführung aus der Hand gegeben, sich mit dem heimstarken Gastgeber aber einen unterhaltsamen, offenen Schlagabtausch geliefert. Schwerer wiegt allerdings, dass sich mit Joseph Baffo und Damir Vrancic vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg am kommenden Montag weitere Akteure verletzten.

„Bei mir herrschen gemischte Gefühle vor. Nach einer super Halbzeit von uns haben anschließend beide Mannschaften den Zuschauern ein Spiel mit hoher Attraktivität geboten. Deshalb geht der Punkt unterm Strich auch in Ordnung“, so der Eintracht-Coach. Er zeigte sich allerdings unzufrieden mit dem Elfmeterpfiff gegen Joseph Baffo kurz nach Wiederanpfiff, der den Gastgebern auf dem Weg zur Punkteteilung maßgeblich in die Karten spielte: „Nach dem Studium der Fernsehbilder meine ich, dass man diesen Elfmeter nicht unbedingt pfeifen muss. Wir haben in dieser Saison noch keinen einzigen Strafstoß bekommen, obwohl eindeutigere Situationen dabei waren.“
„Übeltäter“ Baffo sah für sein Foul zudem die fünfte Gelbe Karte, wird aber nicht nur im Heimspiel gegen den SC Freiburg fehlen. „Er hat sich einen Innenbandteilabriss zugezogen und wird wahrscheinlich für den Rest der Saison ausfallen“, bedauert der 42-Jährige, der aller Voraussicht nach auch auf Damir Vrancic (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) verzichten muss.
Da auch die Rückkehr von Mirko Boland (Hüftbeschwerden) in den Sternen steht, könnte es personell gegen den Tabellenführer extrem eng werden. „Besonders im hinteren Bereich gehen uns langsam die Alternativen aus“, so Lieberknecht, der auch hinter die Rückkehr von Phil Ofosu-Ayeh (Achillessehnenprobleme) ein dickes Fragezeichen setzt.
Anlass zur Freude bot unterdessen die Torpremiere von Domi Kumbela, der im siebten Einsatz nach seiner Rückkehr endlich traf und seinen Treffer mit der gesamten Eintracht-Bank bejubelte. „Wir haben uns alle für ihn gefreut. Er hat diesen Ballast mit sich herumgeschleppt, sich aber trotzdem durchgebissen. Auch ansonsten war das eine sehr ordentliche Leistung von ihm“, ist der Eintracht-Trainer zufrieden.
Über die Meldung, er sei Top-Favorit auf den Trainerposten bei Werder Bremen, konnte er sich hingegen nur wundern: „Ich weiß nicht, wo solche Spekulationen herkommen, da wissen einige Leute mehr als ich selbst. Was ich weiß ist, dass dort momentan ein Trainerkollege sitzt, dem ich wünsche, dass er die Situation hinbekommt und seinen Job behält.“
Konkret ist dagegen eine andere Personalie: Eintracht hat mit Quirin Moll den ersten Neuzugang für die Saison 2016/2017 verpflichtet. Er kommt ablösefrei von Dynamo Dresden und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018. „Ein sehr interessanter Junge“, lautet der Kommentar von Lieberknecht über den 25-jährigen defensiven Mittelfeldspieler.
Statistik
Mannschaft: Gikiewicz (3) - Kijewski (3), Decarli (3), Baffo (4), - Reichel (3,5), Schönfeld (3), Matuschyk (3), Hochscheidt (3) - Holtmann (4), Khelifi (2,5) - Kumbela (3).
Eingewechselt: 66. Omladic (-) und Zuck (-) für Holtmann und Baffo; 82. Vrancic (-) für Kijewski.

Tore: 0:1 (21.) Reinhardt (Eigentor/Vorarabeit Matuschyk); 0:2 (41). Kumbela (Schönfeld); 1:2 (48.) Schnatterer (Foulelfmeter/Baffo an Leipertz); 2:2 (74.) Feick.
Zuschauer: 11 500
Chancenverhältnis: 8:8
Eckballverhältnis: 5:2
Gelbe Karte: Baffo (5./gesperrt)
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