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Die großen Märchenonkel

Die Basketballer Nils Mittmann und Rich Melzer lasen Kindern vor.

Von Daniel Beutler, 16.10.2011

Braunschweig. Zweisprachiges Bilderbuchkino in der Stadtbibliothek. Rich Melzer und Nils Mittmann von den New Yorker Phantoms lasen das Bilderbuch „Zogg“ vor und wiesen dabei eine Traumquote auf.

Normalerweise werfen Melzer und Mittmann im Auftrag der Phantoms vor mehreren Tausend Zuschauern Basketbälle auf einen Korb. Von Aufregung also keine Spur vor der Lesestunde? Von wegen! „Die Nervosität ist jetzt definitiv größer“, sagte Melzer, während Mittmann jegliches Lampenfieber verneint. Unbefangen gingen die beiden Basketballer an die Sache. Eingehende Studien von „Zogg“ habe es nicht gegeben. „Was ich mitgebracht habe, ist Spaß und ein Lächeln“, sagte Melzer. Von beidem bekamen die Sportler in den nächsten 30 Minuten reichlich zurück.
„Kennt ihr das Buch schon?“, fragte Christina Hausmann von der Stadtbibliothek und bekommt eine Menge „Ja‘s“, zwischen die sich nur ein „Nein“ mischt. „Zogg“ ist bekannt in Braunschweigs Kinderzimmern. Die Autoren haben sich mit dem „Grüffelo“ bereits einen Namen gemacht. Umgekehrt wäre das Ja-Nein-Verhältnis, würden Mittmann und Melzer fragen, ob ihre Lieblingsbücher aus der Kindheit bekannt wären. Während Mittmann als kleiner Junge am liebsten „Das kleine Krokodil vom Nil“ las, wuchs der US-Amerikaner Melzer mit den hier eher unbekannten „Berenstain Bears“ auf.
Abwechselnd lasen die beiden die 32 Seiten vor. Melzer legte auf Englisch vor, Mittmann vollendet auf Deutsch. Dabei lasen sie laut genug, um alle der über 100 Zuhörer zu erreichen. Gar nicht so einfach, ohne die Kinder in der ersten Reihe anzubrüllen und trotzdem die Hintergrundgeräusche zu übertönen, vornehmlich Babygebrabbel und Husten – der Winter kommt.
Davon ist in der Stadtbibliothek aber noch nichts zu spüren. Melzer und Mittmann erschaffen von ihrem roten Samtsofa aus eine warme Atmosphäre. Nach dem fast fehlerfreien Vortrag – beide leisteten sich je nur einen Verhaspler, was eine Traumquote von der Dreier-Linie beim Basketball wäre – fällt das Fazit positiv aus. „Es hat Spaß gemacht“, sagen die Sportler. Gleiches gilt für die Zuhörer. „Sie haben gelächelt und uns angeschaut. Und solange Kinder gucken, ist das ein gutes Zeichen“, sagte Melzer.
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