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„Die Erleichterung war groß“

Nach dem Sieg in Wolfsburg ganz gelöst: Sebastian Ebel (rechts) und Sportdirektor Marc Arnold. Foto: Agentur Hübner

Fußball-Bundesliga: Sebastian Ebel, Präsident von Eintracht Braunschweig, im nB-Gespräch.

Braunschweig, 13.10.2013.

Nach dem sehnlichst erwarteten ersten Saisonsieg haben die „Löwen“ am punktspielfreien Wochenende etwas Zeit zum Durchatmen. Präsident Sebastian Ebel lässt im Interview mit nB-Mitarbeiter Elmar von Cramon seine Eindrücke der ersten Bundesliga-Wochen Revue passieren.

?Herr Ebel, Hand aufs Herz: Wie groß war Ihre Erleichterung, dass in Wolfsburg endlich der erste Saisonsieg geglückt ist?

!Die Erleichterung und die Freude waren schon sehr groß. Für unsere Fans war es die Belohnung für die fantastische Unterstützung in den vergangenen Monaten. In Wolfsburg zu zeigen, dass manchmal auch David gegen Goliath gewinnt, war natürlich etwas ganz Besonderes. Die gezeigte kämpferische Leistung, verbunden mit schnellen Kontern, und unsere Fans, die zumindest ab der Führung die Stimmungshoheit im Stadion hatten: Braunschweiger Fussballherz, was willst du mehr?

?Die Mannschaft befand sich zuvor in einer Talsohle und wurde teilweise hart kritisiert. War es für Sie eine schwere Zeit, oder haben Sie mit Rückschlägen gerechnet?

!Kritik kam eigentlich immer nur von denen, die unseren Braunschweiger Weg nicht kennen. Die Unterstützung – gerade auch für die Mannschaft und unseren Trainer – durch unsere Fans, aber auch durch die Braunschweiger Medien war beeindruckend. Natürlich haben wir mit einer sehr schwierigen Saison gerechnet, aber auch mit ein wenig mehr Glück. Daneben hätte ich mir schon gewünscht, dass unsere Baustellen am Stadion eher fertig gewesen wären, es war gerade vor Saisonbeginn ein großer Kraftakt. Dass sich unsere Mannschaft daran gewöhnen muss, dass die Konkurrenten in den ersten Spielen cleverer waren, gehört zu den Erfahrungen, auf die wir gerne verzichtet hätten. Aber wir haben auch gelernt, dass mit größter Kraftanstrengung und gutem taktischen Spiel Siege möglich werden. Ich glaube im Übrigen nicht, dass wir, wenn wir Geld ausgeben würden, das wir nicht haben, erfolgreicher wären.

?Wie sehen Sie die Thematik um die Ultragruppierung UB01?

!Es ärgert mich massiv, dass einige wenige sich auf Kosten der Allgemeinheit profilieren wollen. Uns braunes Gedankengut unterstellen zu wollen, ist gerade auch bei unserem sozialen Engagement sehr verletzend. Natürlich ist die Reaktion einiger ganz weniger darauf genauso unakzeptabel. Dankbar sind wir daher für die über alle Fangruppen hinweg gezeigte Reaktion gegen Gewalt und Rechtsradikalismus.

?Ende Oktober reisen Sie nach Burkina Faso, um dort das von Hennes Jäcker gegründete Hilfsprojekt für Straßenkinder in Augenschein zu nehmen. Was gab für Sie den Ausschlag, diese Initiative auch mit persönlichem Engagement zu unterstützen?

!Natürlich einmal meine persönliche Verbundenheit zu Hennes Jäcker, aber insbesondere auch der Wunsch, ein so tolles Projekt in einem der ärmsten Länder der Welt am Leben zu erhalten. Mit relativ wenig Geld kann man jungen Menschen eine Perspektive geben. Und wenn dazu noch der Fußball hilft, kommt viel Positives zusammen.

?Eintracht ist an vielen „Baustellen“ aktiv, um die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern. Wie geht es voran, insbesondere mit dem Nachwuchsleistungszentrum?

!Die Baustellen am Stadion, einschließlich Fanhaus, werden hoffentlich in den nächsten Tagen der Vergangenheit angehören. Dazu kommen Investitionen von über einer Million Euro in den B-Platz und in einen beheizbaren Trainingsplatz aus eigenen Mitteln. Und wer sich unsere Anlage am Kennel ansieht, wird positiv überrascht sein. Engagement im Nachwuchsbereich, aber auch für den Amateursport ist Teil unserer langfristigen Strategie.
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