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Deutliches Lebenszeichen der Löwen

Mit 28 Punkten in Bonn kaum zu stoppen: Geoffrey Groselle. Foto (Archiv): Ammerpohl

Basketball-Bundesliga: In Bonn gelingt den Braunschweigern der zweite Saisonsieg.

Von Christoph Matthies, 13.11.2016.

Braunschweig. Damit hatte kaum jemand gerechnet: Nach der bitteren Heimniederlage gegen Göttingen schlugen die Löwen-Basketballer am Sonntagabend zurück und entführten einen überraschenden 93:91-Sieg aus Bonn. In der spannenden Schlussphase behielten die Braunschweiger, die durch den Sieg auf Tabellenplatz 16 geklettert sind, diesmal die Nerven.

Schon in Halbzeit eins präsentierte sich das Löwen-Team nicht wie ein Abstiegskandidat. Shooting Guard Carlton Guyton, den Trainer Frank Menz in die Startformation beordert hatte, trat selbstbewusst auf und traf seine Würfe. Zur Pause hatte er schon 12 Zähler auf dem Konto. Im ersten Viertel gefiel außerdem US-Center Geoffrey Groselle, der insgesamt mit 28 Punkten und sechs Rebounds die beste Partie seiner noch jungen Profi-Karriere ablieferte.

Seine Agilität zeigte Groselle etwa eine Minute vor Ende des ersten Viertels im Zusammenspiel mit Thomas Klepeisz. Der Aufbauspieler aus Österreich fand den zum Korb schneidenden Amerikaner mit einem sehenswerten Bodenpass, und der stopfte den Ball mit Schmackes zum 24:28 aus Sicht der Löwen durch die Reuse. Dass die Bonner nach zehn Minuten inakzeptable 33 Zähler auf dem Konto hatten (33:24), lag vor allem auch daran, dass sie sich immer wieder Offensiv-Rebounds krallen konnte. Den Einsatz, den Groselle in der Offensive zeigte, ließ er unter dem Korb in dieser Phase etwas vermissen.

Im zweiten Viertel fielen die Gäste zunächst mit elf Punkten zurück (24:35), und es kam ein bisschen die Befürchtung auf, dass die unerfahrenen Braunschweiger nun vielleicht die Köpfe hängen lassen würden. Doch das Gegenteil war der Fall, besonders Flügel Dyshawn Pierre und Klepeisz übernahmen nun Verantwortung und führten ihre Löwen bis zur Pause wieder bis auf 45:48 an die Bonner heran.

Die Gastgeber, die bis dahin fünf Spiele gewonnen hatten, schienen die Partie gegen den Tabellenvorletzten ein wenig auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Braunschweiger blieben dagegen konzentriert und verbesserten nach der Halbzeitpause auch ihr Rebound-Verhalten. Und zeigten ihre Moral, als sie sich auch bei einem Sechs-Punkte-Rückstand (82:88) fünf Minuten vor Schluss nicht abschütteln ließen. „Nach dem engen Spiel gegen Göttingen wollten wir uns heute belohnen“, sagte Carlton Guyton nach der Partie. Und das taten sie.

Vor allem Mann des Tages Geoffrey Groselle gelangen in den Schlussminuten ganz wichtige Plays. Ein krachender Tomahawk-Slam zum 86:88 bei knapp vier Minuten verbleibender Spielzeit setzte ein massives Ausrufezeichen, und schon im nächsten Angriff der Bonner betonte der talentierte 23-Jährige mit einem Block gegen Bonns Ojars Silins, dass er diesmal die Punkte nach Braunschweig holen wollte. 95 Sekunden vor der Schlusssirene war es auch Groselle, der ein Anspiel von Klepeisz zur 91:89-Führung ins Netz legte. Nachdem der Bonner Aufbau Josh Mayo auf der Gegenseite ausgeglichen hatte (91:91), war es Dyshawn Pierre, der knapp eine Minute vor Spielende die letzten Punkte der Begegnung erzielte, als er seinem eigenen Fehlwurf nachgegangen war.

Ein Dreier von Mayo im Anschluss verfehlte ebenso sein Ziel wie die letzte Chance der Bonner auf den Ausgleich, als Center Filip Barovic einen Layup nicht im Korb unterbringen konnte. Da die Braunschweiger danach unverständlicherweise auch nicht mehr gefoult wurden, liefen die letzten Sekunden von der Uhr und das Menz-Team konnte seinen zweiten Saisonsieg bejubeln.

Am kommenden Samstag (18 Uhr) erwarten die Löwen Aufsteiger Jena in der VW-Halle.

Für die Löwen punkteten: Groselle 28 (10/12 Würfe), Pierre 18 (7 Rebounds), Guyton 17, Klepeisz 10, Simon 8, Freese 6, Theis 4, Medlock 2, Schwartz.
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