Anzeige

Der Veteran liefert, und ein Neuling überrascht

Tischtennis: Deutschland bezwingt Schweden in der VW-Halle mit 3:0.

Von Christoph Matthies, 15.07.2012.


Braunschweig. Deutschlands Tischtennis-Herren muss vor Olympia nicht bange sein: In der EM-Qualifikation gelang dem Roßkopf-Team gestern in der Volkswagenhalle ein 3:0-Sieg gegen Schweden.

Man könnte Timo Boll als den „Dirk Nowitzki des deutschen Tischtennis“ bezeichnen. Der 31-jährige Düsseldorfer ist vielfach dekoriert, gilt als absoluter Weltklassespieler und ist zudem mit Abstand der beste Athlet, den Deutschland in seiner Sportart jemals hervorgebracht hat. Klar, dass Boll auch bei den Olympischen Spielen in London ein gewichtiges Wörtchen um die Medaillenvergabe mitreden will.
Trotz der Anwesenheit Bolls erntete gestern ein anderer den begeistertsten Applaus der 1300 Zuschauer in der Volkswagenhalle: Der erst 20-jährige Ricardo Walther zeigte in seinem ersten Länderspiel keine Nerven und entschied die finale Begegnung in einem spannenden Viersatz-Match für sich – und das, obwohl er erst einen Tag zuvor zur Nationalmannschaft berufen worden war, weil Dimitrij Ovtcharov wegen einer Bänderdehnung kurzfristig passen musste.
So zollte auch Boll dem Newcomer den gebührenden Respekt: „Ricardo hatte die denkbar schwerste Aufgabe. Direkt aus dem Urlaub heraus hier aufzuschlagen, das hat er gut gemeistert. Ich glaube, ich hätte nach drei Wochen Urlaub nicht so gut gespielt“, lobte der Veteran, der in diesem Sommer bereits seine vierten Olympischen Spiele erleben wird, den nervenstarken Walther. „Ich war ziemlich aufgeregt“, gab dieser später zu, „aber ich bin gut in die Partie gekommen, das hat geholfen.“
Bevor Walther seinen ersten Länderspielsieg einfahren konnte, hatten Boll und Bastian Steger bereits mit souveränen Vier- bzw. Dreisatz-Siegen vorgelegt. Den Schweden fehlte mit dem 46-jährigen Jörgen Persson (Wadenzerrung) allerdings auch ihr erfahrenster und spielstärkster Akteur. Nicht nur bei den Deutschen gilt kurz vor den Olympischen Spielen die Devise: Nur kein Risiko eingehen!
Bundestrainer Jörg Roßkopf freute sich neben dem erfolgreichen Einstieg in die EM-Qualifikation vor allem über die gute Olympia-Vorbereitung in der VW-Halle: „Es war wichtig für uns, nach sechs Wochen Lehrgang jetzt die Wettkampfsituation zu simulieren.“ Mit Superstar Boll und Ovtcharov werden die deutschen Tischtennis-Cracks mit zwei Medaillenhoffnungen nach London reisen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.